Von unserer Redaktion
Warum die Liebe in Köln nicht pünktlich kommt – aber immer irgendwie schön ist. Eine kleine Geschichte übers Warten, Finden und Bleiben.
Köln – Köln ist keine Stadt für Pläne. Und auch keine für exakte Zeitangaben. Wer hier pünktlich sein will, muss Geduld mitbringen – oder Humor. Beides hilft auch in der Liebe.
Und plötzlich steht da jemand
Denn in Köln kommt die Liebe selten auf dem direkten Weg. Sie verläuft über Umleitungen, über Gleisänderungen, über das dritte Kölsch an einem Mittwochabend, das man eigentlich nicht mehr trinken wollte. Und plötzlich steht da jemand. Vielleicht – abhängig von der Uhrzeit – nicht aufrecht. Aber ehrlich.
Sie ist laut, manchmal drüber, selten zurückhaltend. Sie sagt schnell „Ich hab dich jern“, aber braucht dafür keine Rosen. Ein belegtes Brötchen am Rheinufer tut’s auch. Oder eine Nachricht um 23:42 Uhr, mit drei Herz-Emojis und einem „Bist du noch wach?“
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Treffen um 18 Uhr? Wird eher 18:37. Kino fällt aus, weil jemand den Schlüssel im Fahrrad vergessen hat. Aber dafür gibt’s einen Spaziergang durch Nippes. Ohne Ziel. Mit viel Gefühl. Wer in Köln liebt, liebt nicht perfekt – aber mit vollem Herzen. Und die Liebe bleibt. Nicht, weil alles immer einfach ist. Sondern weil man sich kennt. Weil man gemeinsam gefeiert hat an Weiberfastnacht. Weil man zusammen im Regen an der KVB-Haltestelle stand. Weil man sich irgendwann nicht mehr fragt, ob das reicht – sondern weiß, dass es gut ist.
Die Liebe in Köln ist wie die Stadt selbst: ein bisschen chaotisch, manchmal laut, oft zu spät – aber sie kommt. Und wenn sie da ist, will man eigentlich gar nicht mehr weg. Vielleicht ist das das Geheimnis: dass man sie nicht festhält, sondern mitgehen lässt. Und sie kommt zurück. Irgendwie. Irgendwann. Ganz sicher nicht pünktlich – aber meistens zur richtigen Zeit.
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