So sehen Eichenprozessionsspinner aus Fotos: Stadt Köln
Von unserer Redaktion
Warum jetzt wieder Vorsicht im Park gilt – und warum die Gespinstmotte nichts dafür kann.
Kaum zeigt sich der Frühsommer in Köln von seiner sonnigen Seite, zieht auch ein weniger beliebter Stadtbewohner wieder seine Runden: der Eichenprozessionsspinner. Der Name klingt zwar wie ein Naturkundewanderverein, hat aber nichts mit Idylle zu tun. Im Gegenteil – die kleinen Viecher haben es in sich. Genauer gesagt: in ihren Haaren. Und die können ziemlich unangenehm werden.
Brennhaare und Beulenalarm
Die Larven des Eichenprozessionsspinners sind eigentlich nur Raupen, aber sie bringen etwas mit, das man lieber nicht kennenlernen möchte: Brennhaare mit Eiweißgift. Klingt wie aus einem Sci-Fi-Film, ist aber bittere Realität. Der Kontakt mit den feinen Härchen kann bei uns Menschen zu Hautausschlag, Atemproblemen oder allergischen Reaktionen führen – und das reicht von lästig bis richtig übel.
Besonders tückisch: Die Härchen lösen sich leicht und können durch die Luft getragen werden. Man muss der Raupe also gar nicht zu nahe kommen – manchmal reicht schon ein Windstoß zur falschen Zeit am falschen Ort.
Nicht alles, was spinnt, ist gefährlich
Jetzt kommt der zweite Teil der Geschichte – und hier wird’s kurios: Jedes Jahr aufs Neue werden die Eichenprozessionsspinner mit einem anderen Insekt verwechselt – der Gespinstmotte. Die hat zwar auch ein Faible fürs Netzeweben und hinterlässt ebenfalls gespenstisch eingesponnene Büsche, ist aber völlig harmlos. Sie frisst sich einfach satt und zieht weiter. Keine Gifte, keine Haare, kein Drama.
Der Unterschied?
Ganz einfach: Gespinstmotten mögen keine Eichen – Eichenprozessionsspinner hingegen lieben sie. Wer also ein in Netz gehülltes Gebüsch sieht, kann entspannt bleiben – solange es kein Eichenbaum ist.


Eiche + Raupen + Haare = Abstand halten!
Busch mit Netz = meist harmloser Gespinstmottenspuk.
Was Köln tut – und was du tun kannst
Eine flächendeckende Bekämpfung ist weder nötig noch möglich – das ist Natur, kein Schädlingskrieg. Aber: In stark besuchten Bereichen wie Spielplätzen, Parks und Schulhöfen lässt die Stadt Köln regelmäßig Profis mit Spezialsaugern anrücken. Die kleinen Raupen werden dann vorsichtig entfernt, bevor sie jemandem zu nahe kommen.
Auf Privatgrundstücken sind die Eigentümer gefragt – allerdings nur, wenn durch den Befall tatsächlich eine Gefahr für andere besteht. Wer also eine Prozession im eigenen Garten entdeckt, sollte handeln – aber bitte nicht selbst mit dem Staubsauger losziehen. Dafür gibt’s Fachfirmen mit Schutzausrüstung.