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Von unserer Redaktion
Barock, Backstein, Beuys: Nordrhein-Westfalen ist voller Geschichte – manchmal sogar mit Wassergraben.
Von prunkvollen UNESCO-Welterbestätten bis zu romantischen Wasserschlössern im Grünen: Wer glaubt, Nordrhein-Westfalen habe nur Industriecharme zu bieten, wird überrascht sein. Zwischen Münsterland und Rheinland finden sich einige der eindrucksvollsten Schlossanlagen Deutschlands – mit Parklandschaften, Museen, Marmorsälen und manchmal sogar mit Märchenschloss-Aura. Hier kommen acht Orte, an denen Geschichte und Schönheit besonders nah beieinanderliegen:
1. Schloss Nordkirchen – das „Westfälische Versailles“
Schon die Auffahrt lässt keinen Zweifel: Hier wurde geklotzt, nicht gekleckert. Schloss Nordkirchen im Münsterland ist ein Paradebeispiel des westfälischen Barock – symmetrisch, monumental, von breiten Wassergräben umgeben. Die Anlage aus dem frühen 18. Jahrhundert beeindruckt mit ihrer harmonischen Architektur ebenso wie mit dem weitläufigen Schlosspark, der von der UNESCO als bedeutendes Kulturgut geschützt ist. Kein Wunder, dass hier nicht nur Fotografen, sondern auch Hochzeitspaare regelmäßig Schlange stehen.

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2. Schloss Benrath – Rokoko trifft auf Rheinromantik
Im Düsseldorfer Stadtteil Benrath steht ein Juwel des Rokoko: das gleichnamige Schloss, das einst als Lust- und Jagdschloss erbaut wurde. Besonders eindrucksvoll sind die Gartenanlagen – symmetrisch angelegt, mit Sichtachsen, die das Auge leiten. Im Inneren lässt sich fein verzierter Rokoko-Stuck bewundern, daneben warten gleich drei Museen: das Hauptgebäude des Schlosses, eines für Gartenkunst, das andere für Naturkunde. Ein Spaziergang durch den Schlosspark fühlt sich an wie eine kleine Reise in eine elegantere Zeit.
3. Schloss Augustusburg (Brühl) – Prunk in Perfektion
Wer Schloss Augustusburg betritt, spürt: Hier wurde Repräsentation großgeschrieben. Der Kölner Kurfürst Clemens August ließ die Anlage im 18. Jahrhundert errichten – als Ausdruck von Macht und Geschmack. Das Schloss ist ein Meisterwerk des Rokoko, mit prachtvollen Sälen, Treppenhäusern und Deckenmalereien, die ihresgleichen suchen. Zusammen mit dem benachbarten Schloss Falkenlust gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe – und ist ein Pflichtstopp für Architekturbegeisterte.

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4. Schloss Falkenlust – kleiner, aber nicht weniger charmant
Nur wenige Gehminuten durch eine historische Allee von Schloss Augustusburg entfernt liegt Schloss Falkenlust – einst das private Jagdschlösschen des Kurfürsten. Die Anlage ist kleiner, intimer, aber nicht weniger aufwendig gestaltet. Verspielte Formen, feine Details und eine angenehme Ruhe machen das Rokoko-Schlösschen zu einem besonderen Ort. Hierher zog sich Clemens August zurück, wenn der Hoftrubel zu viel wurde – heute wirkt es ähnlich entschleunigend auf seine Besucher.
5. Schloss Drachenburg – das Märchenschloss am Rhein
Es sieht aus wie aus einem Disney-Film, ist aber echt: Schloss Drachenburg wurde im späten 19. Jahrhundert auf dem Drachenfels bei Königswinter errichtet – im Stil der Neugotik, aber mit reichlich Fantasie. Der Schlossherr wr der Sohn eines Bonner Gastwirts, der als Börsenanalyst zu Geld gekommen war. Wer durch das opulent ausgestattete Schloss wandert, erlebt eine Mischung aus Burgenromantik, Gründerzeitluxus und Rheinromantik. Die Aussicht von der Terrasse? Spektakulär. Vor allem bei Sonnenuntergang versteht man, warum der Rhein schon Goethe zu Versen inspirierte.

6. Schloss Dyck – ein Schloss für Gartenfreunde
In Jüchen, unweit von Mönchengladbach, liegt eines der bedeutendsten Wasserschlösser des Rheinlandes: Schloss Dyck. Die Anlage ist vor allem für ihren englischen Landschaftsgarten bekannt – mit seltenen Gehölzen, geschwungenen Wegen und idyllischen Sichtachsen. Das Schloss selbst ist ebenfalls zugänglich und beherbergt wechselnde Ausstellungen. Besonders beliebt ist Schloss Dyck bei Gartenfans: Hier finden regelmäßig Festivals, Pflanzmärkte und Fachveranstaltungen statt.

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7. Schloss Moyland – Beuys trifft Backsteinromantik
Das neugotische Schloss Moyland nahe der niederländischen Grenze bei Bedburg-Hau verbindet Historie mit Gegenwartskunst. Die Anlage wurde im 19. Jahrhundert umgebaut und zählt heute zu den interessantesten Museumsschlössern Deutschlands. Im Fokus: Werke von Joseph Beuys – das Museum besitzt eine der größten Sammlungen des Künstlers weltweit. Drumherum: ein sorgfältig gepflegter Park mit Skulpturen, Kräutergarten und Wasserspielen. Ideal für einen Tagesausflug mit Kunst-Ambition.
8. Schloss Paffendorf – Romantik im Braunkohlerevier

Zwischen Köln und dem Tagebau Hambach liegt ein Schloss, das überrascht: Schloss Paffendorf bei Bergheim. Die Anlage stammt aus dem 16. Jahrhundert, wurde im 19. Jahrhundert neugotisch überformt und wirkt heute fast verwunschen mit ihren Türmchen und Teichen. Das Innere beherbergt eine Dauerausstellung zur Braunkohlegeschichte der Region – informativ und modern aufbereitet. Der Park lädt zum Spazieren ein, das Café im Innenhof zur Pause zwischen Vergangenheit und Gegenwart.