Das Junkerhaus in Ostwestfalen-Lippe Foto: stock.adobe.com/A. Lindert-Rottke
Von unserer Redaktion
Es muss ja nicht immer die ganz große Kunst sein. Wenn draußen der Himmel grau ist, lohnt sich ein Ausflug in die Absurditäten des Alltags.
Diese fünf Museen in NRW zeigen, dass Kultur nicht immer staubtrocken sein muss – manchmal reicht schon ein Stück Draht oder ein altes Telefon für ein echtes Aha-Erlebnis.
Deutsches Drahtmuseum im Märkischen Kreis

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Ein Museum, das zeigt, wie viel in einem einfachen Stück Draht steckt. Vom filigranen Schmuckstück bis zum massiven Brückenseil – hier wird klar, dass der unscheinbare Werkstoff buchstäblich die Welt zusammenhält.
In der interaktiven Ausstellung entdecken Besucher, wo überall Draht im Einsatz ist: in Kugellagern, Teebeutel-Klammern oder bei der Konstruktion moderner Architektur. Wer hier rausgeht, sieht Büroklammern mit neuen Augen.
Adresse: Deutsches Drahtmuseum, Fritz-Thomée-Straße 12, 58762 Altena
Öffnungszeiten: Di–Fr 9.30–17 Uhr, Sa–So 11–18 Uhr, Mo geschlossen
Eintritt: frei, Spenden willkommen
burg-altena.de/deutsches-drahtmuseum
Laurel & Hardy Museum in Solingen
Kleiner Raum, große Komik: Im Laurel & Hardy Museum dreht sich alles um das berühmte Duo „Dick & Doof“. Auf 40 Quadratmetern stapeln sich private Dokumente, mehr als 100 Filme und seltene Requisiten – liebevoll zusammengetragen von einem echten Fan.
Dazu gibt’s jede Menge nostalgisches Material aus der goldenen Ära der Slapstick-Komödie – von Autogrammkarten bis hin zu alten Kinoprogrammen.
Adresse: Locher Straße 17, 42719 Solingen
Öffnungszeiten: Sa. 12 bis 17 Uhr, So. 11 bis 17 Uhr
Eintritt: frei, Spenden erbeten
laurel-hardy-museum.de
Telefonmuseum in Bochum

Wie klang eigentlich ein Anruf in den 60ern? Im Telefonmuseum Bochum kann man es hören, sehen – und fühlen. Alte Wählscheiben, orangefarbene Plastikhörer und schnurlose Raritäten erzählen die Geschichte der Kommunikation, bevor das Smartphone kam.
Der Verein Telekom-Historik e.V. pflegt hier liebevoll eine beeindruckende Sammlung aus Jahrzehnten Technikgeschichte – von den ersten Feldtelefonen bis zu modernen Vermittlungsanlagen. Nostalgie zum Anfassen, bei der man garantiert wieder Lust auf Festnetz bekommt.
Adresse: Karl-Lange-Straße 23, 44791 Bochum
Öffnungszeiten: Di. 10 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung
Eintritt: frei
Webseite: telekom-historik.de
Binnenschifffahrt-Museum in Duisburg

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Was einst ein Jugendstil-Schwimmbad war, ist heute Deutschlands umfassendstes Schifffahrtsmuseum. Zwischen alten Mosaikwänden und Bullaugen lernen Besucher alles über das Leben auf dem Wasser – von der Steinzeit bis zum Containerzeitalter.
Highlight sind die Museumsschiffe draußen am Rhein: der Radschleppdampfer Oscar Huber und der Eimerkettendampfbagger Minden. Wer an Bord geht, bekommt eine Ahnung davon, wie hart und faszinierend das Leben auf dem Strom war.
Adresse: Apostelstraße 84, 47119 Duisburg
Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr
Eintritt: Erwachsene 4 €, Kinder 2 €
Webseite: duisburg.de/museum-der-deutschen-binnenschifffahrt
Junkerhaus in Ostwestfalen-Lippe
Wer denkt, Fachwerkhäuser seien vorhersehbar, sollte das Junkerhaus in Lemgo betreten – ein Wohnhaus, das zum Kunstwerk wurde . Der Künstler Karl Junker hat es nicht nur gebaut, sondern über Jahrzehnte mit unzähligen Holzschnitzereien, Ornamenten und Malereien ausgestattet.
Wände, Decken, Türen – alles ist kunstvoll verziert, überbordend und zugleich faszinierend. Das Haus wirkt wie ein Blick in den Kopf eines Menschen, der zwischen Genie und Besessenheit pendelte. Kaum ein Ort in NRW zeigt so eindrucksvoll, wie nah Handwerk und Vision beieinanderliegen können.
Adresse: Hamelner Straße 36, 32657 Lemgo
Öffnungszeiten: April bis Oktober: Di.–So von 10 bis 17 Uhr, November bis März Fr., Sa., So. und an Feiertage von 11 bis 15 Uhr
Eintritt: Erwachsene 5 €, ermäßigt 2,50 €
Webseite: museen-lemgo.de/junkerhaus/