Keine Wissenschaft! Jean Pütz war früher ein „Jäger und Sammler”

Jean Pütz und seine große Liebe, Autorin Pina Coluccia Foto: IMAGO/Future Press

Von STEPHANIE KAYSER

Köln – Er brachte Wissenschaft leicht verständlich in deutsche Wohnzimmer. Jean Pütz revolutionierte als „Mr. Hobbythek” das Infotainment in der ARD, wurde als „Tüftler der Nation” bekannt. Heute ist er vor allem ein streitbarer Denker, kritisiert die Politik und spricht über Klimaschutz. Mehr als 100.000 Menschen folgen der TV-Legende auf Facebook.

Als Kriegskind unter Entbehrungen groß geworden, zuhause ausgebombt, wusste Jean Pütz das Leben immer schon besonders zu schätzen. Sein großes Glück war die späte Geburt seiner Tochter, die er mit seiner 31 Jahre jüngeren Frau Pina Coluccia im Oktober 2010 bekam. Da war Jean Pütz schon 74 Jahre alt. Sowieso hat Pina sein Leben verändert. „Ich habe bis zu meinem 60. Geburtstag nur nach der Vernunft gelebt. Ich war ein totaler Vernunftsmensch. Ich hatte ein emotionales Defizit. Bis ich meine wunderbare Frau getroffen habe”, sagte er mir mal vor einigen Jahren. Und: „Ich habe das Postulat des Verstandes ein bisschen zurückgesetzt.“

Die Vergangenheit als Jäger und Sammler

So offen wie Jean Pütz immer über Wissenschaft und Technik spricht, so offen hat er mit mir über Sexualität gesprochen. „Wenn der liebe Gott die Sexualität nicht gebraucht hätte, dann hätte er sie nicht geschaffen. Ich hab’ viel Ärger – aber auch viel Entspannung dadurch gehabt früher”, erzählte er und bekannte offen: „Ich war Jäger und Sammler. So viel Lust wie möglich, aber niemals auf Kosten von anderen. Vor allem so viel Lust, dass ich auch noch am nächsten Tag Lust habe. Deswegen kam Rauschgift nie in Frage.“

Die wilden Zeiten sind lange vorbei: Heute möchte Jean Pütz so fit wie möglich für seine Familie bleiben. Seit 2015 leidet er an der Augenkrankheit Makuladegeneration, die zu einer zunehmenden Beeinträchtigung der Sehkraft führt. Der Prozess ist schleichend.

Optimisten leben länger

Pütz ist seit jeher bekennender Optimist: „Es ist statistisch erwiesen, dass optimistische Menschen mit Humor zehn Jahre älter werden. Wenn ihnen ein Arzt sagt, Sie haben nix – dann fühlen Sie sich direkt besser. Es gibt selbst erfüllende Prophezeiungen. Im Vergleich zu meinem Vater, der zwei Weltkriege mitgemacht hat, hat man mir das Glück mit dem Schöpflöffel gegeben…”

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