Der 11.11.2024 auf dem Heumarkt: ziemlich feucht und ziemlich fröhlich Foto: IMAGO/Panama Pictures
Von unserer Redaktion
Köln – Der 11.11. fiel in diesem Jahr auf einen Montag – viel leerer war Köln deshalb aber nicht. Die gute Nachricht vorab: Trotz Menschenmassen feierten die Menschen auch dank Regen ziemlich feuchtfröhlich und friedlich. Am frühen Abend schickte die Stadt Köln ihre erste Bilanz.
Die Party-Hotspots waren wieder die Altstadt und das Kwartier Latäng. Mit Dauerregen ging der Tag los, trotzdem musste die Zülpicher musste wie in den Vorjahren abgesperrt werden – allerdings erst gegen 11 Uhr (2023 war schon gegen 9.30 Uhr alles dicht). Ab 12 Uhr wurde aus Sicherheitsgründen auch die Luxemburger Straße zwischen Barbarossaplatz und Universitätsstraße gesperrt. Zu viele Menschen op jöck.
Die Bilanz von
Schulschwänzer beim Feiern und Trinken erwischt

Foto: IMAGO/Ying Tang
Die gute Nachricht zuerst: Die Streetworker des Jugendamtes haben bis zum frühen Nachmittag keine Kinder unter 16 Jahren beim illegalen Feiern bzw. Trinken erwischt. Die Mitarbeiter der Stadt Köln hatten im Kwartier Latäng Kontakt zu fast 400 Jugendlichen. In 16 Fällen rund um die Zülpicher Straße mussten sie eingreifen.
- Von den auffälligen Jugendlichen waren fünf männlich und elf weiblich – alle Personen waren zwischen 16 und 18 Jahren alt.
- Zehn junge Menschen fielen aufgrund ihres starken Alk-Pegels auf, drei weitere wurden beim Schulschwänzen erwischt, drei weitere durch verbotenes Qualmen.
- In allen Fällen wurden die Sorgeberechtigten informiert, die ihre Kinder in Köln abholen mussten. Fünf kamen aus Köln, die übrigen aus Hattingen, Frechen, Königswinter, Kerpen, Schwalmtal, Bonn und Bochum.

Foto: IMAGO/Horst Galuschka
443 Verstöße gegen Jugenschutz
Neben den Streetworkern war auch das Ordnungsamt für den Jugendschutz unterwegs. Der Ordnungsdienst kontrollierte im Rahmen des Jugendschutzes bis 14.30 Uhr insgesamt 858 Personen. Dabei stellte er 443 Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz fest – allerdings (und das ist die zweite gute Nachricht) keine bei Personen unter 14 Jahren.
In der Altersklasse von 14 bis 16 Jahre wurden 40 Verstöße in Zusammenhang mit Alkohol festgestellt, neun in Zusammenhang mit Rauchen. Drei der Jugendlichen wurden dem Jugendamt übergeben. Drei weitere Jugendliche hatten die Schule geschwänzt.
Etwas härter waren die 16- bis 18-Jährigen unterwegs: Hier stellte die Stadt 203 Verstöße wegen harten Alkohols fest. In 169 Fällen wurden Verstöße wegen Tabakwaren beziehungsweise E-Zigaretten festgestellt. In dieser Altersklasse wurden 19 Jugendliche beim Schuleschwänzen erwischt. 21 hilflose Personen wurden den Hilfsdiensten übergeben. Der Ordnungsdienst erteilte zwei Platzverweise. Eine Person leistete Widerstand.
Die Arbeit der Rettungsdienste
Vom Knochenbruch über Stauchungen bis Platz- und Schnittwunden – oder übertriebener Suff: Im Kwartier Latäng gab es bis 15 Uhr 96 und in der Altstadt 49 Fälle, die an den unterschiedlichen Unfallhilfsstellen behandelt wurden. Insgesamt 30 Patientinnen und Patienten wurden im Notfallversorgungszentrum behandelt, um 15 Uhr waren 15 Betten mit stark alkoholisierten Personen belegt (darunter drei Minderjährige). Eine Person musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Insgesamt 89 Fahrzeuge abgeschleppt
Für den Verkehrsdienst des Ordnungsamtes waren schon die Tage vor dem 11.11. ziemlich arbeitsintensiv. Bereits im Vorfeld mussten viele Flächen gesperrt und für den Aufbau frei gemacht werden. Nicht alle Autofahrer*innen hatten die Sonderbeschilderung beachtet. Seit dem 1. November 2024 wurden 1.026 Knöllchen geschrieben. 76 Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden.
Am 11.11. selbst waren die Mitarbeitenden schon ab sechs Uhr im Einsatz. Das Hauptaugenmerk lag auf der Zugänglichkeit von Rettungswegen, Feuerwehrzufahrten, Behindertenparkplätzen sowie Geh- und Radwegen. Im Kwartier Latäng wurden 13 Fahrzeuge abgeschleppt und 19 Knöllchen erteilt, in den anderen Bereichen der Innenstadt wurden fünf Fahrzeuge abgeschleppt und acht Knöllchen erteilt.
1.400 Polizisten im Einsatz
Im Fokus: Jugendschutz und Messerkontrollen: Am “Elften im Elften 2024” war die Polizei Köln mit 1400 Männern und Frauen im Einsatz. Vereinzelt wurden über den Tag Straftaten, darunter Körperverletzungen, bislang 12 Sexualdelikte und Sachbeschädigungen, zur Anzeige gebracht. Bis 21 Uhr führten die Einsatzkräfte vor allem an den Sperrstellen bei 1.964 Personen Messerkontrollen durch, stellten dabei sechs Messer und einen Teleskopschlagstock sicher und legten entsprechende Anzeigen vor.
Im gleichen Zeitraum nahmen die Beamtinnen und Beamten sechs mutmaßliche Taschendiebe vorläufig fest und leiteten Strafverfahren ein. Bis dahin wurden 26 weitere Personen – unter anderem zur Ausnüchterung – in Gewahrsam genommen. Gegen 101 Personen (88 Erwachsene, 13 Jugendliche) erteilten die Einsatzkräfte Platzverweise.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Messergewalt im öffentlichen Raum hatte Polizeipräsident Hermanns präventiv die Strategische Fahndung für das gesamte Stadtgebiet angeordnet, die es den Einsatzkräften ermöglicht, auch anlasslose Taschenkontrollen durchzuführen. Auf Grundlage einer aktuellen Änderung des Waffengesetzes ist nunmehr das Führen von Messern aller Art bei öffentlichen Veranstaltungen verboten, was insbesondere die Feiermeilen betrifft.
Das ist Stand der Polizei-Bilanz um 23 Uhr am 11.11.2024
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