Blick vom Rodderberg auf das Siebengebirge Foto: stock.adobe.com/mitfoto
Von unserer Redaktion
Kühle Temperaturen, kaum Insekten, klare Fernsicht – der Frühling ist für Wanderer ein Geschenk. Die Natur erwacht, aber die Wege sind noch frei. Hier fünf Tipps für die ersten Panorama-Touren des Jahres – Fernsicht inklusive.
Mit einer Thermoskanne Tee im Rucksack und dem Gefühl, den Frühling zuerst entdeckt zu haben, werden diese Touren zum Erlebnis. Also: Wanderschuhe schnüren, raus in die klare Luft und NRW von oben genießen. Im Frühling ist die Luft noch klar, die Wege sind frei von Sommerhektik und der Blick reicht weiter als im Hochsommer, wenn Blätter und Hitze Sicht und Atem nehmen.
1. Drachenfels & Siebengebirge – Klassiker mit Rheinblick
Warum jetzt?
Wer auf dem Drachenfels steht und den Blick über den Rhein schweifen lässt, weiß, warum dieser Berg schon im 19. Jahrhundert Dichter und Könige angezogen hat. Im März, wenn die Bäume noch nicht voll belaubt sind, öffnet sich die Sicht auf den Strom, die Insel Nonnenwerth und das gegenüberliegende Rheinufer besonders weit.
Tourvorschlag:
Start in Königswinter, Aufstieg über den Eselsweg (ca. 2,5 km, 250 Höhenmeter) bis zum Drachenfelsplateau. Wer weiter möchte, kann den Rheinsteig im Siebengebirge entlangwandern, etwa zum Petersberg oder zur Löwenburg – die Aussicht belohnt jeden zusätzlichen Kilometer.
Service:
- Parken: Parkhaus „Am Palastweiher“ in Königswinter (gebührenpflichtig, nah am Start).
- ÖPNV: Regionalbahn bis Königswinter Bahnhof, von dort 10 Minuten Fußweg zum Wanderstart.
- Einkehr: Drachenfelsplateau mit Café (fantastische Aussicht), traditionelle Restaurants in Königswinter.
- Streckenlänge: Drachenfels-Rundtour ca. 5 km, mit Petersberg ca. 10 km.

Symbolfoto: Daniele Bianchini on Pexels.com
2. Sauerland-Höhenflug – Weite Horizonte auf über 80 km
Warum jetzt?
Der Sauerland-Höhenflug ist ein zertifizierter Fernwanderweg, der auf rund 250 km von Altena Richtung Korbach (Hessen) führt. Natürlich muss es nicht die ganze Strecke sein. Schon kurze Etappen bieten grandiose Panoramen: Wacholderheiden, Bergwiesen, Ausblicke bis ins Siegerland und Rothaargebirge.
Tourvorschlag:
Als Einstieg eignet sich die Runde ab Meinerzhagen zum Nordhelle-Gipfel, dem höchsten Punkt des Märkischen Sauerlandes. Die Route bietet weite Blicke auf Talsperren und Wälder. Eine kürzere Variante führt am Robert-Kolb-Turm vorbei.
Service:
- Parken: Wanderparkplatz „Nordhelle“ bei Valbert (kostenfrei).
- ÖPNV: Buslinie R61 (Meinerzhagen – Valbert) mit Haltestelle „Nordhelle“.
- Einkehr: „Nordhelle Forsthaus“ (bei geöffnetem Betrieb) oder Cafés in Meinerzhagen.
- Streckenlänge: Rundwege von 6 bis 12 km, je nach Fitness.
3. Teutoburger Wald & Externsteine – Mystik trifft Fernsich
Warum jetzt?
Die Externsteine im Teutoburger Wald sind seit Jahrhunderten ein Ort, der Menschen fasziniert. Im Frühjahr ist es hier noch ruhig – ideal, um die bizarren Felsformationen und den Ausblick von oben in Ruhe zu genießen.
Tourvorschlag:
Rundweg ab dem Informationszentrum Externsteine. Erst die Steine erklimmen (kleine Eintrittsgebühr), dann weiter über den Hermannsweg Richtung Velmerstot. Besonders schön ist die kurze, aber knackige Etappe zum Lippischen Velmerstot, wo ein Aussichtsturm weite Blicke über das Eggegebirge ermöglicht.
Service:
- Parken: Großparkplatz am Informationszentrum Externsteine (gebührenpflichtig).
- ÖPNV: Buslinie 782 (Horn – Bad Meinberg) mit Haltestelle „Externsteine“.
- Einkehr: Café am Informationszentrum, Restaurants in Horn-Bad Meinberg.
- Streckenlänge: Externsteine-Runde ca. 5 km, mit Velmerstot-Etappe ca. 10 km.

Symbolfoto: Mohamed elamine M’siouri on Pexels.com
4. Baldeneysee-Runde (Essen) – Ruhrgebiet mit Horizont
Warum jetzt?
Der Baldeneysee ist das Naherholungsgebiet der Essener. Im März ist die Runde um den See noch nicht überlaufen, und die kahlen Bäume geben den Blick auf die Wasseroberfläche frei. Wer glaubt, das Ruhrgebiet sei nur grau, wird hier eines Besseren belehrt.
Tourvorschlag:
Start am Regattaturm, ein beliebter Treffpunkt für Radler und Spaziergänger. Von dort entlang des Ufers weiter zum Stauwehr und auf der anderen Seite zurück. Wer möchte, kann einen Abstecher zur Villa Hügel (ehemaliger Wohnsitz der Krupps) machen.
Service:
- Parken: Parkplatz Haus Scheppen (gebührenfrei, aber am Wochenende schnell voll).
- ÖPNV: S-Bahn Linie S6 bis „Essen-Hügel“ oder „Essen-Kupferdreh“. Von dort Einstieg in die Runde.
- Einkehr: Haus Scheppen (Biergarten), diverse Cafés entlang des Ufers.
- Streckenlänge: Gesamte See-Runde ca. 14 km, flach und gut befestigt.
5. Eifelsteig-Etappen für Einsteiger – Natur pur mit Weitblick
Warum jetzt?
Der Eifelsteig führt auf 313 km von Aachen nach Trier. Für Anfänger und Frühjahrswanderer eignen sich besonders die nördlichen Etappen rund um Monschau und den Nationalpark Eifel. Hier gibt es nicht nur Weitblicke über die Rurtalsperre, sondern auch offene Hochflächen und Heiden, die im Frühjahr besonders klar wirken.
Tourvorschlag:
Etappe 3 (Roetgen – Monschau) bietet eine Mischung aus Wald, offenen Wiesen und Ausblicken auf die Hochmoorlandschaften. Wer es kürzer mag, startet in Höfen bei Monschau und wandert zur Perlenbachtalsperre.
Service:
- Parken: Wanderparkplatz „Perlenau“ bei Monschau oder Parkplätze in Roetgen.
- ÖPNV: Busse aus Aachen nach Roetgen, von Monschau Rückfahrt mit Buslinie SB63.
- Einkehr: Cafés in Monschau, Landgasthöfe in Roetgen.
- Streckenlänge: Etappe 3 ca. 18 km, kürzere Teilstücke zwischen 7 und 10 km möglich.
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