Vor 26 Jahren begann Milskis Karriere bei der ersten Staffel von Big Brother Foto: IMAGO/Panama Pictures
Von unserer Redaktion
Der Apfel fällt anscheinend doch manchmal weiter weg vom Stamm. Jürgen Milski (62) gilt als der erste Star der deutschen Reality-Branche. Aber mit der will er heute nichts zu tun haben …
Schon in der Talkshow vor dem aktuellen RTL-Dschungelcamp hatte er sich zuletzt Luft gemacht: Vor allem Dschungelcamp-Küken Ariel Hediger (22) scheint dem TV-Altmeister ein Dorn im Auge zu sein. Ein Schweizer Reality-Sternchen, das seit Beginn des Trash-Formats den Großteil der aktuellen Sendezeit bespielt, vielmehr bekreischt.
Wir wollten es genauer wissen und fragten nach.

Fangen wir langsam an: Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage im deutschen Reality-Fernsehen?
Jürgen Milski: „Wenn ich ehrlich bin, macht mir die Entwicklung Angst! Zu 90 Prozent nehmen dort Menschen teil, die weder wissen, was Ehre, Selbstachtung, Niveau oder Anstand sind- geschweige, wie es geschrieben wird.“
Nicht unhöflich gemeint: Sind Sie vielleicht mittlerweile zu alt fürs Realityfernsehen von heute?
Jürgen Milski: „Nein, für Reality TV ist niemand zu alt! Aber für diese Art von Reality TV bin ich einfach zu gut erzogen worden. Ich habe Anstand und Benehmen. All das, was die meisten in diesem Genre scheinbar nicht ansatzweise beigebracht bekommen haben von ihren Eltern.
Ich möchte, wenn ich an so einem Format teilnehme, Spaß und Freude haben – und auch verbreiten. Aber heute legen Sender und Produktions nur noch Wert darauf, dass die Teilnehmer sich streiten, anschreien und sich gegenseitig am besten noch zerfleischen.“
In den 1990er holte der Nachmittagstalk im TV Millionen. In den 2000ern war er tot. Inwieweit sehen Sie Parallelen?
Jürgen Milski: „Der Markt für Reality-Formate ist aktuell immer noch da. Ich glaube allerdings, dass das nicht mehr lange so weitergeht – und das dann genau dasgleiche passieren wird wie damals mit den Talkshows. Das Thema Reality Formate hat sich in absehbarer Zeit tot gelaufen, denke ich. Es sind immer wieder die gleichen Gesichter, die gleichen Geschichten – mich langweilt es einfach nur noch.
Ich mag mir auch nicht solche Menschen anschauen, die aus ihrer Beziehung Kapital schlagen möchten, um dadurch im Gespräch zu bleiben. So etwas verachte ich zutiefst! Ich kann und möchte diese ganzen Reality-Stars auch nicht wirklich ernst nehmen. Wenn sich Reality TV tot gelaufen hat, werden wir viele dieser Leute bei Only Fans oder Youporn wieder sehen. Was soll man sonst schon danach machen mit dem IQ einer Qualle…?“
Wie viele Anfragen für Reality-Formate bekommen Sie heute noch?
Jürgen Milski: „Immer mal wieder kommen Anfragen rein – aber die meisten davon lehne ich sofort ab. Die, die ich interessant finde, bekommen eine Liste mit Namen: Nur, wenn mir garantiert wird, dass niemand von meiner Liste an dem besagten Format teilnimmt, bin ich gesprächsbereit.
Es gibt in dieser Branche Menschen, mit denen ich nicht unter einem Dach leben möchte und mit diesen auch nicht in Verbindung gebracht werden möchte – weil ich das schon fast für rufschädigend halte … “
Was wünschen Sie sich fürs deutsche Reality TV?
Jürgen Milski: „Ich hoffe, dass der Untergang des Abendlandes – also Reality TV in der Art und Weise, wie es heute gemacht wird – sich bald erledigt hat und wieder schöne Formate produziert werden, die mich auch interessieren.“
Er hat zu 200 % Recht mit seiner Meinung. Das Dschungelcamp war dieses Jahr eine regelrechte Zumutung. Der Kampfzwerg Ariel hat mir und fast ganz Deutschland alles versaut. Mit welchem Recht verlangt die von Gil eine Entschuldigung. Die hat er vor Gericht an den Geschädigten gerichtet und seine Strafe gezahlt. Das Verfahren wurde auf Grund seiner Entschuldigung eingestellt, er ist nicht vorbestraft und will das Schmerzensgeld von seiner Gage bezahlen. Genau deshalb hat er sich dem allen ausgesetzt. Dass er polarisiert, konnte er voraussehen. Er braucht aber Geld und setzte sich deshalb dem aus. Die Camper haben ihm alle nie beigestanden, nie. Er hat trotzdem immer für das Team alles gegeben. Deshalb wird er auch im Finale landen. Denn nur das darf dort zählen. Ich wäre am 2. Tag schon gegenüber Ariel so aggro geworden, dass ich der etwas giftiges und krabelndes ins Bett geschmissen hätte.
Übrigens heiße ich seine Tat auf keinen Fall gut, im Gegenteil.
Aber es waren schon mehrere Camper im Dschungel mit einer kriminellen Vita. Nie wurde auch nur einer ansatzweise si behandelt. Punkt ‼️