Um den Brüsseler Platz zanken sich Anwohner, Stadt und Partymeute seit langem
Von unserer Redaktion
Köln poliert nichts auf Hochglanz. Die Stadt ist laut, ein bisschen schmutzig und manchmal chaotisch. Aber sie nimmt sich selbst nicht zu ernst und darin liegt ihre größte Stärke – und Schwäche. Wer hier lebt, weiß: In Köln zählen keine perfekten Fassaden.
Sieben typische Eigenarten zeigen, warum Köln anders tickt als viele andere Städte.
1. Regeln? Kann man machen – muss man aber nicht
In Köln gelten Regeln oft eher als freundliche Empfehlungen. Radfahren auf dem Bürgersteig? Parken in zweiter Reihe? Alles halb so wild. Und wenn es doch mal lauter wird – auch egal, spätestens nach ein paar Minuten ist wieder Frieden. Oder die Polizei kommt.
2. Baustellen gehören zum Stadtbild
Eine Stadt ohne Baustellen? In Köln kaum vorstellbar. Ob U-Bahn, Rheinboulevard oder Altstadt – irgendwo wird immer gebaut, gebuddelt oder abgesperrt. Wer hier unterwegs ist, entwickelt eine gewisse Flexibilität im Umgang mit Umleitungen. Der Kölner nimmt’s pragmatisch: „Et kütt, wie et kütt.“
3. „Et hätt noch emmer joot jejange”
Diese kölsche Lebensweisheit („Es ist noch immer gut gegangen“) prägt die Stimmung der Stadt wie kaum etwas anderes. Auch wenn der Fahrplan nicht stimmt, das Wetter umschlägt oder der Plan mal wieder nicht aufgeht – am Ende findet sich irgendwie eine Lösung. Im Zweifelsfall eine „kölsche Lösung”. Der Rest der Republik sagt Klüngel dazu.
4. In Köln wundert sich keiner über ein pinkes Tutu
Ob jemand im Bademantel und Schlappen durch den Supermarkt läuft oder im pinken Tutu am Rhein entlangradelt – in Köln interessiert das niemanden. Jeder macht halt sein Ding.
5. Kölsch ist kein Bier – Kölsch ist eine Religion
Kölner trinken nicht einfach Bier. Sie trinken Kölsch – serviert in kleinen, schlanken Gläsern, die nie lange leer bleiben. Der Köbes bringt ungefragt Nachschub, solange das Glas nicht mit einem Bierdeckel abgedeckt wird. Und wer in einem Brauhaus ein Pils bestellt, lernt schnell: Hier gelten eigene Gesetze.
6. Fremde gibt’s hier nicht lange
In Köln dauert es selten lange, bis irgendwo ein Gespräch anfängt – ob am Tresen, am Kiosk oder auf der Straße. Wer seine Ruhe will, bekommt im Zweifel trotzdem Gesellschaft: Kölner haben eine besondere Begabung dafür, Monologe zu halten, notfalls auch ohne Reaktionen des Gegenübers.
7. Der Dom – Mittelpunkt der Stadt
Den Dom sieht in Köln sowieso jeder. Ob bei der Einfahrt mit dem Zug oder auf dem Weg durch die Stadt – irgendwann tauchen die Türme im Blickfeld auf. Und auch wenn er nicht im Zentrum des Lebens steht, gehört er als Fixpunkt einfach dazu.