Das zerstörte Geschäft auf der Ehrenstraße. Die Polizei sucht mit diesem Foto nach dem Tatverdächtigen für die Club-Explosion am Montag
Von unserer Redaktion
Köln – Innerhalb von 48 Stunden zwei Sprengstoff-Explosionen in der Kölner City. Nachdem am frühen Montagmorgen ein Brandsatz vor dem Club Vanity am Ring hochging, explodierte am frühen Mittwochmorgen ein weiterer Sprengsatz – diesmal vor der LFDY-Boutique, bekannt für stylische Streetwear-Klamotten.
Ob die beiden Explosionen in einem Zusammenhang stehen, wird aktuell mit Hochdruck von der Polizei geprüft. Beide Brandsätze wurde am frühen Morgen gezündet: vor dem Vanity kurz vor 6 Uhr, vor dem LFDY-Geschäft gegen 5 Uhr morgens.. Beide Male scheint der Täter den Brandsatz in einer Tüte transportiert zu haben. Bereits bevor der zweite Brandsatz hochging, dass der Club möglicherweise gar nicht das Ziel war, der Täter sich beim Anschlag vertan hat.
Das vor allem von jungen Menschen gehypte “Live fast die young”-Geschäft – „leb’ schnell, sterbe jung” – wird von einem Unternehmen aus Düsseldorf betrieben. Neben Köln gibt es noch Filialen in London, Düsseldorf, Berlin, Hamburg München und u. a. auch in Amsterdam. Bisherige Medien-Spekulationen, dass die in den Niederlanden aktive, sogenannte „Mocro-Mafia” hinter den Angriffen steckt, hat die Polizei bisher nicht bestätigt.

Täter: 1,80 Meter, schlank – mit Einkaufstüte
Bei der Explosion vor dem Vanity am Montagmorgen wurde der Täter von dem Putzmann (53) kurz vor der Tat fast erwischt. Auch am frühen Mittwochmorgen beobachtete ein Passant den Täter, den er als etwa 1,80 Meter groß, mit schlanker Statur beschrieb. Diesmal soll der Täter die Glas-Eingangstür zunächst eingeschlagen haben, bevor er dann die Tüte mit den Sprengsätzen im Geschäft platzierte. Nach der Detonation versuchte der Passant das Feuer zu löschen, musste wegen Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden.
Seit der Explosion am frühen Morgen werten die Ermittler Spuren sowie Aussagen von Zeugen aus. Dabei hat sich ergeben, dass der Täter, entgegen ersten Angaben, über die Albertusstraße in Richtung Magnusstraße geflüchtet ist.
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Booking.comDie Ermittler prüfen Zusammenhänge zu der Explosion vom Montagmorgen (16. September) auf dem Hohenzollernring. Die Hintergründe in beiden Fällen sind weiterhin unklar. Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de zu melden.
Sprengstoff-Anschläge im Hochsommer
In den vergangenen Monaten hatte es in Nordrhein-Westfalen bereits Sprengungen in Düsseldorf, Engelskirchen, Duisburg und auch Köln gegeben, die nach bisheriger Einschätzung der Polizei in einem direkten Zusammenhang stehen. Auch eine Geiselnahme in Köln gehört dazu. Auslöser für diese Anschläge sollen eine Fehde im Rauschgiftmilieu sein. Aus einer Lagerhalle in Köln-Hürth soll Cannabis im Wert von 1,5 Millionen Euro verschwunden sein, das angeblich für die Mocro-Mafia gedacht war.
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