Atalay bei der Vernissage in Werl (gr. Foto, Foto: privat)
Von unserer Redaktion
Explosionen im TV, Glitzer im Atelier: Erdogan Atalay (57) zeigt eine Seite, die kaum jemand kennt. Der dienstälteste TV-Kommissar Deutschlands hat aktuell eine Ausstellung in den renommierten Walentowski-Galerien.
Erdogan Atalay ist seit fast drei Jahrzehnten das Gesicht von „Alarm für Cobra 11“. Millionen Zuschauer kennen ihn als Kommissar Semir Gerkhan, als Actionheld, der im Fernsehen mit quietschenden Reifen und wilden Explosionen über die Autobahn jagt. Doch privat zeigt Atalay eine ganz andere Seite: knallige Neonfarben, jede Menge Glitzer, verspielte Details. Seit einer Verletzung greift er regelmäßig zum Pinsel – und malt Bilder, die so gar nicht zum harten Serien-Image passen.

Wie fühlt es sich für Sie an als Actionheld, in einer Galerie auszustellen?
Erdogan Atalay: „Das ist ein merkwürdiges Gefühl! Als Actionheld kennen mich viele Menschen – aber kaum jemand weiß, dass ich male. Und wenn man immer nur für sich selbst malt, setzt man sich nur der eigenen Kritik aus. Das verändert sich natürlich, wenn man öffentlich wird – und ist sehr aufregend!“
Haben Sie sich ganz klassisch bei den Walentowski Galerien beworben?
Erdogan Atalay: „Das war keine klassische Bewerbung. Immer mehr Freunde und Bekannte sind auf meine Malerei aufmerksam geworden. Meine Frau Katja hat dann über einen befreundeten Journalisten einen Kontakt zu der Walentowski Galerie hergestellt – und mir plötzlich gesagt, dass ich ein paar Bilder einpacken soll: Wir hätten einen Termin in einer Galerie – da ich bin fast vom Stuhl gefallen…“
Atalay als Actionheld
Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Galerie praktisch ab, haben Sie freie Hand?
Erdogan Atalay: „Die Walentowski Galerien haben einige sehr namhafte Künstler und lassen sie tun was, sie tun , weil sie sich nicht einmischen wollen in die Arbeit der Künstler. Letztlich nehmen sie natürlich nicht alle Bilder, sondern die, wo sie glauben, dass sie einen Interessanten finden könnten. Ich könnte auch gar nicht malen, was jemand möchte, weil es dann nicht aus mir kommen würde.“
Walentowski vertritt auch Show-Größen wie Otto Waalkes oder Udo Lindenberg. Warum sind viele Künstler nicht nur in einem Bereich kreativ?
Erdogan Atalay: „Der Begriff Künstler beschreibt natürlich ein breites Feld. Ich denke, wenn man sowieso damit beschäftigt ist, sich aus zudrücken, weil es ein Drang ist, dem man nachgeben muss, dann hört das nicht auf, weil eine Ausdrucksweise momentan nicht möglich ist – wie bei meiner Verletzung. (Anm. Atalay entdeckte seine Leidenschaft in einer TV-Zwangspause.) Dass ich plötzlich diese Leidenschaft entwickeln würde, hat mich selbst überrascht!“
Mal ehrlich: warum so viel Glitzer und warum so knallige Farben?
Erdogan Atalay: „Die knalligen Neonfarben sind das Leuchten des Lebens – und mit dem Glitzer hole ich mir die Sterne auf die Erde. Natürlich wäre es wunderbar, wenn ich nur Saphiere, Smaragde, Rubine und Diamanten in meinen Bildern verarbeiten könnte, aber das kann sich leider niemand leisten.“









