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Von unserer Redaktion
Sie sind laut, grün und eigentlich in Afrika und Asien zuhause – trotzdem flattern in Köln rund 2.000 wilde Papageien durch Parks und über Rheinufer. Was steckt hinter dahinter? Fakten-Check.
Wer Köln besucht und plötzlich einen grünen Vogel zwischen Krähen und Tauben entdeckt, traut seinen Augen kaum. Und doch: Die Halsbandsittiche sind längst Teil des Stadtbildes. Seit 1967, als Vogelkundler das erste frei lebende Brutpaar in der Domstadt entdeckten, ist ihre Population stetig gewachsen. Woher sie ursprünglich stammen, ist bis heute nicht abschließend geklärt – möglicherweise entkamen die ersten Tiere aus dem Kölner Zoo, vielleicht wurden sie auch von privaten Haltern freigelassen. Ihre eigentliche Heimat liegt südlich der Sahara in Afrika sowie auf dem indischen Subkontinent.
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Heute leben rund 2.000 Exemplare frei in Köln – auf dem Melatenfriedhof, im Stadtgarten, am Rheinufer. Manche freuen sich über die exotischen Besucher, andere ärgern sich über ihre Lautstärke. Der Arbeitskreis Halsbandsittiche des NABU Köln hat die gängigsten Vorurteile unter die Lupe genommen.
Breiten sich die Papageien unkontrolliert aus
Nein. Halsbandsittiche brauchen bestimmte klimatische Bedingungen – und die finden sie nur in wärmebegünstigten Regionen. In benachbarten Mittelgebirgen kommen sie daher bislang nicht vor. Außerdem sind die Tiere auf Baumhöhlen zum Brüten angewiesen, was ihre Ausbreitung zusätzlich begrenzt.

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Haben die grünen Papageien keine natürlichen Feinde?
Doch. Wanderfalken und Habichte jagen die Sittiche regelmäßig. Nachts werden sie gelegentlich von Waldkäuzen erbeutet, in den Höhlen auch von Mardern. Selbst Krähen greifen sie bei Gelegenheit an. Einen spürbaren Einfluss auf die Gesamtpopulation haben die Fressfeinde allerdings nicht.
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Verdrängen sie heimische Vögel aus ihren Bruthöhlen?
Nach aktuellem Forschungsstand: nein. Keine heimische Vogelart gilt als durch die Papageien gefährdet. Im Gegenteil – durch ihren kräftigen Schnabel können die Sittiche Höhlen sogar erweitern und damit für andere Vögel nutzbar machen. Der viel diskutierte Rückgang der Stare etwa hat eine andere Ursache: den Rückgang von Insekten. Die Papageien selbst ernähren sich ausschließlich vegetarisch.
Übertragen sie Krankheiten auf andere Vögel?
Nein, zumindest nicht nach aktuellem Kenntnisstand. Kot und Blut der Tiere wurden bereits mehrfach auf Krankheitserreger untersucht – ohne besorgniserregende Befunde.
Können Menschen durch die Papageien krank werden?
Bislang ist in Deutschland kein einziger Fall bekannt, in dem ein Mensch durch einen frei lebenden Sittich infiziert wurde. Grundsätzlich gilt wie bei allen Vögeln: Vogelkot kann theoretisch Erreger enthalten, die man einatmen oder in den Mund nehmen müsste – in der Praxis ist das Risiko aber verschwindend gering.
Lärmen sie die ganze Nacht?
Nicht ganz. Die Papageien sind laut, wenn sie an ihrem Schlafbaum ankommen – und noch einmal kurz nach dem Aufwachen, bevor sie wieder losziehen. Die Nacht selbst verbringen sie still. Wer also in der Nähe eines Schlafbaums wohnt, hört morgens und abends ein Spektakel – dazwischen herrscht Ruhe.