6,5 Millionen Euro! So sieht das neue Giraffen-Gehege im Kölner Zoo aus

Fotos: Kölner Zoo/Marcel Vogelfänger

Fast zwei Meter lang ist allein der Hals – jetzt haben die höchsten Landtiere der Erde in Köln einen Platz, der besser zu ihrer Größe passt.

Der Kölner Zoo hat seine neue Giraffenanlage eröffnet, gebaut auf dem Fundament des alten Hauses aus den Sechzigerjahren. Rund zwei Jahre Bauzeit und etwa 6,5 Millionen Euro steckten in der kompletten Sanierung und Erweiterung.

Mehr Platz, mehr Technik, mehr Tierwohl

Der Innenbereich ist auf über 1.000 Quadratmeter gewachsen, knapp doppelt so viel wie vorher. Neun höhenverstellbare Futterkörbe, eine Trainingswand für medizinische Untersuchungen und eine Waage für regelmäßige Gewichtskontrollen sollen den Alltag der Tiere erleichtern. Dank der lichtdurchlässigen Decke bleibt die Halle auch im Winter hell – ein Detail, das gerade in der dunklen Jahreszeit einen Unterschied macht.

Christopher Landsberg und Prof. Theo B. Pagel , Vorstände des Kölner Zoos
Christopher Landsberg und Prof. Theo B. Pagel , Vorstände des Kölner Zoos

Auch draußen hat sich die Fläche fast verdoppelt. Zusätzlich ziehen Mhorr-Gazellen ein, die zwischen dem Giraffenbereich und dem angrenzenden Gehege für Spitzmaulnashörner frei wechseln können. Für die Besucher entstand eine neue Plattform, von der aus Giraffen zu bestimmten Zeiten sogar gefüttert werden dürfen – Blick auf Augenhöhe inklusive.

Auch technisch ist die Anlage auf dem neuesten Stand: Fernwärmeanschluss, Photovoltaik und ein Gründach sorgen für einen deutlich geringeren Energieverbrauch. Unter diesem Dach leben künftig nicht nur Giraffen – auch Nacktmulle und die selten gehaltenen Ringelschwanzmungos aus Madagaskar bekommen dort ihre eigenen Bereiche.

Zwei Neuankömmlinge aus Dortmund

Die ersten Bewohnerinnen sind „Penda“ und „Maoli”, zwei siebenjährige Kordofan-Giraffen, die aus dem Dortmunder Zoo nach Köln kamen. Geboren wurden die beiden im Zoo Basel beziehungsweise im französischen La Flèche, aufgewachsen sind sie seit ihrer Jugend gemeinsam in Dortmund – entsprechend eng ist ihre Bindung, weshalb sie auch als Duo umgezogen sind. Ein Bulle soll folgen, damit in Köln irgendwann auch mit der Zucht dieser bedrohten Unterart begonnen werden kann.

Kordofan-Giraffen leben in Zentralafrika, unter anderem im Tschad, in Kamerun und im Süd-Sudan. Ihr Bestand ist durch Lebensraumverlust und Wilderei stark geschrumpft: Schätzungen zufolge gibt es weltweit nur noch rund 1.400 fortpflanzungsfähige Tiere. Mit ihrer etwa 50 Zentimeter langen Zunge erreichen sie selbst entlegene Zweige, bei Gefahr können sie über 50 Kilometer pro Stunde schnell werden.

Engagement für den Artenschutz in Kenia

Der Neubau ist an ein Schutzprojekt in Kenia gekoppelt, das der Zoo bereits seit drei Jahren unterstützt. Gemeinsam mit der Kölner Organisation “Chance e.V.” fördert er die Mara Siana Conservancy, ein rund 6.000 Hektar großes Gebiet in der Massai Mara, das von etwa 2.000 Familien selbst verwaltet wird. Mit jährlich 15.000 Euro trägt der Zoo dazu bei, dass Landflächen als Wanderkorridore für Giraffen und andere Wildtiere erhalten bleiben, während die ansässigen Familien im Gegenzug finanzielle Unterstützung erhalten.

Der Erfolg lässt sich messen: Laut dem Leiter der Conservancy leben in dem Gebiet inzwischen wieder rund 200 Giraffen – vor zehn Jahren gab es dort keine einzige mehr.

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