Morgens um 5.45 Uhr auf dem Kölner Ring: Explosion vor dem Club Vanity

Von unserer Redaktion

Köln – Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Wie durch ein Wunder ist bei einer Explosion auf dem Kölner Ring niemand schwer verletzt worden. Ein bislang noch unbekannter Täter hatte am Montagmorgen gegen 5.45 Uhr einen Sprengsatz vor dem Eingang des „Vanity” gezündet.

Nur 24 Stunden vorher wäre der Clubeingang am Wochenende voller Menschen gewesen. Die Bilder aus der Überwachungskamera zeigen, wie viel Glück zwei Menschen bei der Explosion hatten. Eine Reinigungskraft (53) trat gerade aus dem Haus in die kleine Passage, in der auch ein Wohnungsloser die Nacht verbrachtet hatte, als der Täter den Sprengsatz vor dem Clubeingang zündete.

Scheiben zersplittert, Deckenverkleidung zerstört: die Passage vor dem Vanity nach der Explosion
Scheiben zersplittert, Deckenverkleidung zerstört: die Passage vor dem Vanity am Mittag nach der Explosion

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Müllcontainer retteten Leben

Die großen Müllcontainer verhinderten, dass den beiden Männern Schlimmeres passierte. Während die Reinigungskraft leicht verletzt mit Knalltrauma ins Krankenhaus kam, verschwand der Wohnungslose unbehandelt. Zeugen wählten gegen 5.45 Uhr nach dem lauten Knall den Notruf.

Durch die Explosion wurden Türen und Fenster des Gebäudes stark beschädigt. Die Polizei fahndet nach dem Mann aus der Videoüberwachung. Der trug eine weiß-blaue Jacke, dunkle Hose und dunkle Turnschuhen und entfernte sich vom Vanity Richtung Friesenplatz. Hinweise zur Tat und/oder dem beschriebenen Mann nimmt die Polizei telefonisch unter 0221-2290 oder per Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen. Ermittler sind mit dem Erkennungsdienst vor Ort. Der Tatort ist derzeit noch abgesperrt. Laut bisherigen Einschätzungen könnte der Sprengsatz aus mehreren illegalen Böllern zusammengebaut worden sein.

Ermittlungen in alle Richtungen

Es soll laut Medienberichten auch in Richtung der sogenannten „Mocro-Mafia” aus den Niederlanden ermittelt werden, was die Polizei bisher nicht bestätigte. NRW-Innenminister Herbert Reul hatte in den letzten Monaten immer wieder vor der neuen Brutalität dieser kriminellen Organisation gewarnt. Auch wenn sie „Mocro-Mafie” genannt wird, soll die Bande nicht nur aus Marrokanern bestehen, sondern international aufgestellt sein, so Reul.

In den vergangenen Monaten hatte es in Nordrhein-Westfalen bereits Sprengungen in Düsseldorf, Engelskirchen, Duisburg und auch Köln gegeben, die nach bisheriger Einschätzung der Polizei in einem direkten Zusammenhang stehen. Auch eine Geiselnahme in Köln gehört dazu. Auslöser für diese Anschläge sollen eine Fehde im Rauschgiftmilieu sein. Aus einer Lagerhalle in Köln-Hürth soll Cannabis im Wert von 1,5 Millionen Euro verschwunden sein, das angeblich für die Mocro-Mafia gedacht war.

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