Radfahren auf historischen Bahntrassen: Die schönsten Strecken in NRW

Der Radtunnel in Hützemert in Drolshagen im südlichen Sauerland Foto: stock.adobe.com/Pixelheld

Von unserer Redaktion

Kein Verkehrschaos, kein steiler Anstieg – sondern wunderschönes Panorama und freie Strecke.

Einfach losradeln – durch Tunnel, über Viadukte, entlang alter Gleise, die längst dem Radverkehr gehören. Nordrhein-Westfalen hat in den letzten Jahren ein kleines Paradies für Fahrradfahrer:innen geschaffen: stillgelegte Bahntrassen, umgebaut zu Radwegen. Und einige davon sind so schön, dass man fast vergisst, dass man sich im dicht besiedelten Westen Deutschlands bewegt. Die meisten Trassen verlaufen flach und sind gut ausgebaut.

1. Die Balkantrasse: Radeln durchs Bergische

Von Leverkusen-Opladen bis nach Remscheid-Lennep zieht sich die rund 28 Kilometer lange Balkantrasse – ein echter Geheimtipp mit nur minimalen Steigungen. Besonders der Abschnitt durchs Bergische Land glänzt mit weiten Ausblicken über grüne Täler und Wälder. Die Strecke ist größtenteils asphaltiert, gut ausgeschildert und mit der Bahn gut erreichbar. Ideal für alle, die Natur wollen – aber keine Muskelkrämpfe.

2. Die Nordbahntrasse: Wuppertals schönste Seite

Quer durch Wuppertal zieht sich die Nordbahntrasse – und mit ihr eine ganze Reihe architektonischer Highlights: gemauerte Viadukte, fünf beleuchtete Tunnel und spektakuläre Aussichten auf die Stadt. Cafés, Rastplätze und Kunst im öffentlichen Raum machen diesen Weg zu mehr als einer Radstrecke – es ist ein urbanes Ausflugsziel, das auch für Fußgänger:innen und Skater:innen attraktiv ist. Länge: etwa 23 Kilometer.

Blick auf den Ruhrtalradweg am Hengsteysee zwischen den Städten Dortmund und Hagen
Blick auf den Ruhrtalradweg am Hengsteysee
Foto: stock.adove.com/Pixel62

3. Die Korkenziehertrasse: Schwungvoll durchs Bergische

S-förmig windet sich diese Strecke durch Solingen, was der Trasse ihren Namen verlieh. Die Korkenziehertrasse  schlängelt sich 30 Kilometer durchs Bergische Land. Sie folgt dem Verlauf der Bahnstrecke Solingen–Wuppertal-Vohwinkel. Mit 109 Metern ist der Schlagbaum-Tunnel auf der Strecke die längste Unterführung.

4. Ruhr-Sieg-Radweg: Die große Tour durchs Sauerland

Mit 113 Kilometern ist der Ruhr-Sieg-Radweg eher was für sportliche Tage oder mehrtägige Touren. Doch das Höhenprofil ist angenehm flach, weil die Route auf einer ehemaligen Bahnstrecke verläuft. Zu den Highlights zählen der Biggesee, eine Tropfsteinhöhle in Attendorn, der Fledermaustunnel bei Finnentrop und das Museum DampfLandLeute – ein echtes Erlebnis für die ganze Familie.

Hier der Fatloh-Tunnel der Nordbahntrasse in Wuppertal-Barmen
Hier der Fatloh-Tunnel der Nordbahntrasse in Wuppertal-Barmen
Foto: stock.adobe.com/holger.l.berlin

5. Panorama-Radweg Niederbergbahn: Brücken, Brücken, Brücken

Zwischen Essen-Kettwig und Haan liegt dieser etwa 40 Kilometer lange Radweg, der mit gleich 16 Brücken und mehreren Viadukten punkten kann. Dazu kommen spannende Zwischenstopps wie der Zeittunnel in Wülfrath (der macht auf 160 Metern die Entstehung der Erde und der Region lebendig), das Neanderthal-Museum oder der Mariendom in Velbert. Wer Panorama sucht, wird hier fündig – der Name ist Programm. Deutschlandweit einzigartig ist die illuminierte Waggonbrücke in Heiligenhaus. 

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6. Die Erzbahntrasse: Geschichte auf zwei Rädern

Die 13,1 Kilometer zwischen dem Westpark in Bochum und dem Hafen Grimberg sind gespickt mit Industriedenkmälern und stillen Mahnmalen. Historisch, eindrucksvoll und landschaftlich reizvoll – die Erzbahntrasse ist mehr als ein Radweg, sie ist ein Kapitel Ruhrgebiet zum Durchradeln.

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7. Rheinischer Esel: Radeln mit Humor und Geschichte

Was nach Karneval klingt, ist einer der ältesten Bahntrassenradwege im Ruhrgebiet. Der „Rheinische Esel“ führt in einer weiten Schleife durch ländliche Gegenden im Dortmunder Süden und in Witten. Die 12 Kilometer lange  Strecke ist asphaltiert und perfekt für gemütliche Ausflüge. Der Zustand variiert – aber gerade das macht den Charme aus. Ideal für alle, die sich beim Radeln nicht hetzen lassen wollen.

8. Kohlenbahn bzw. Glückauf-Trasse: Von der Kohle zur Kurbel

Ursprünglich für den Kohletransport gebaut, führt dieser Weg – Kohlenbahn oder Glückauf-Trasse genannt –  heute Radler:innen durch Wuppertal und bis nach Hattingen. Die Strecke verbindet die Nordbahntrasse mit Gevelsberg-Silschede und hat sich ihren Industriecharme bewahrt. Wer Nostalgie mag, wird diese Route lieben. Die zwei Zweige der Trasse sind zusammen 22 Kilometer lang. Die Trasse gehört zu einem Rad-Rundweg.

9. SauerlandRadring: Landidylle inklusive

Der SauerlandRadring ist ein 84 Kilometer langer Rundkurs, der zum Teil auf alten Bahntrassen verläuft. Vor allem für Familien ist er ideal: wenig Steigung, gute Beschilderung und unterwegs viele Spiel- und Rastplätze. Wälder, Fachwerkorte und Bahnnostalgie – hier wird jeder Kilometer zum kleinen Urlaub.

10. Radbahnweg Münsterland: Genussradeln deluxe

Dieser gut 50 Kilometer lange Weg auf ehemaligen Bahntrassen zwischen Rheine und Coesfeld zeigt das Münsterland von seiner besten Seite. Flach, asphaltiert und umgeben von Feldern, Windrädern und kleinen Dörfern. Wer einfach mal durchatmen, abschalten und den Fahrtwind genießen will, ist hier goldrichtig.

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