EM-PREMIERE IN KÖLN – Quasi Heimspiel: Türkei gegen Italien

Von STEPHANIE KAYSER

Köln – Dutzende Fußballfeiern, EM-, WM-, FC-Aufstieg hat der Ring in Köln schon gesehen. Die Feier nach dem EM-Auftaktspiel Türkei Italien war anders. Ein Heimspiel für Köln. Am Ende teilten sich Italien- und Türkei-Fans den Ring. Gemeinsamer Autokorso.

Kölsches Heimspiel

Die Hälfte der Menschen in Köln ist international. Von den gut 500.000 sind die meisten türkisch und italienisch. 50.000 haben einen türkischen Pass, gut 20.000 einen italienischen. Der EM-Auftakt ist quasi Heimspiel für Köln.

Während rund um den Aachener Weiher und Grüngürtel die Lage nach dem Spiel eskalierte, ging es auf dem Ring so gesittet und freundschaftlich zu wie noch nie nach einem Fußballspiel. Der Eindruck: Alle Menschen sind einfach froh, etwas gemeinsam zu erleben.

“Fällt dir mal auf, dass kaum einer ein Trikot trägt. Darum geht’s hier gar nicht heute. Einfach wieder normal unter Leute”, meint ein Italien-Fan: “Das tut einfach gut.”

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Alles voller Menschen

Gemeinsame Party auf dem Ring

Gibt es sonst (mehr oder weniger liebevolle) Frotzeleien und Spottgesänge für die Verlier:innen, war der EM-Auftakt die Nacht des gegenseitigen Respekts. Italien- und Türkei-Fans schwenkten sich gegenseitig die Fahnen zu, freundschaftliche (und Pandemie-taugliche) Checks mit Ellbögen, Applaus für besonders geschmückte Autos.

Das Italien-Trio, das mit Vespas vorbeiknattert, kriegt eine La Olà-Welle von einer Gruppe Türkei-Anhänger auf dem Bürgersteig. “Ist das nicht geil heute Nacht, hab’ ich noch nie so erlebt”, meint einer zufrieden.

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Während des Spiels zuvor waren die traditionellen Fußball-Hotspot der Türkei-Fans fast menschenleer. Die Keupstraße in Mülheim, die Weidengasse am Eigelstein, die Kalker Hauptstraße genauso. Der Zugweg in der Südstadt ist zu EMs und WMs eigentlich in der Hand von tausenden Italien-Fans. Dieses Mal waren es vielleicht 100, von der Polizei aus Entfernung diskret beobachtet.

Am Dienstag spielt übrigens Deutschland.

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