Foto: Stadt Köln
Von unserer REDAKTION
Köln – Mehr als 60 Prozent aller Gebäude werden im Zweiten Weltkrieg von Fliegerbomben zerstört. 79 Jahre sind seitdem vergangen, aber immer noch werden Bomben und andere Kampfmittel im Boden gefunden. Die Bomben-Bilanz 2023 der Stadt Köln
Im vergangenen Jahr wurden auf Kölner Stadtgebiet 21 Bombenblindgänger entdeckt, davon zehn Spreng- und elf Brandbomben. Hinzu kommt eine Mine, die gesprengt werden musste sowie verschiedene Granaten, die ohne weitere Maßnahmen abtransportiert werden konnten.
Britische und US-amerikanische Bomben

Foto: National Archive/Donald E. Campbell
Fünf Sprengbomben wurden zufällig bei Bauarbeiten gefunden, fünf weitere nach Sondierungsmaßnahmen. Acht von ihnen waren mit einem Aufschlagzünder versehen, zwei weitere hatten keinen Zünder mehr und konnten, genauso wie die Brandbomben, ohne weitere Maßnahmen abtransportiert werden.
Fünf Bomben waren amerikanischer Herkunft, vier stammten aus britischer Produktion. In einem Fall ließ sich der Hersteller nicht mehr feststellen. In vier Fällen handelte es sich um Zehn-Zentner-Bomben, in fünf Fällen um Fünf-Zentner-Bomben, in einem Fall war die Sprengkraft nicht mehr feststellbar.
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Grüngürtel wurde zweimal evakuiert
Um die acht zündfähigen Bomben entschärften zu können, mussten insgesamt 19.893 Anwohnerinnen und Anwohner ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Doppeltes Pech hatten rund 2.500 Menschen des Inneren Grüngürtels. Sie wurden gleich zweimal evakuiert.

Beim zweiten Fund an der Vogelsanger Straße dauerte es 14 Stunden bis zur Entwarnung – weil der Boden kontaminiert war, mussten vor der Entschärfung umfangreiche Schutzmaßnahmen getroffen werden. So musste der Entschärfer nicht nur einen Schutzanzug tragen, sondern auch drei Paar Schutzhandschuhe übereinander, was die Entschärfung erschwert hat.
Die meisten Menschen (5.246) mussten bei einem Fund an der Gronewaldstraße in Lindenthal ihre Häuser und Wohnungen verlassen, die wenigsten (1.000) bei einem Einsatz an der Universitätsstraße 24a.
Ohne Evakuierungen konnten Bomben auf Melaten und auf dem Messegelände entschärft werden, was zu einem kleinen Jahresrekord führte: Von der Alarmierung bis zur Entschärfung vergingen auf dem Messegelände nur sechs Stunden und sechs Minuten.
So läuft eine Evakuierung
Wird ein verdächtiger Gegenstand gefunden, ist nicht nur der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf alarmiert. Auch beim Kölner Ordnungsamtes herrscht dann Ausnahmezustand. Die Außendienstkräfte sorgen gemeinsam mit Feuerwehr, Polizei und Hilfsdiensten für die Sicherheit in den betroffenen Veedeln und die Unterbringung der Evakuierten, die nicht woanders unterkommen können.
5.795 Stunden waren allein die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsdienstes im vergangenen Jahr im Bomben-Einsatz. Sie organisierten gemeinsam mit Feuerwehr und Hilfsorganisationen 142 Krankentransporte, evakuierten fast 20.000 Anwohnerinnen und Anwohner, von denen 1.084 Personen älter als 75 Jahre alt waren, und betreuten in den Anlaufstellen 1.709 Menschen.
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Auswertung von Luftaufnahmen
Eine Spezialabteilung des Ordnungsamtes, der Fachbereichs “Kampfmittelangelegenheiten”, wertet vor geplanten Baumaßnahmen gemeinsam mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf Luftbilder aus dem Zweiten Weltkrieg aus:
Bei Verdachtsfällen werden die weiteren Maßnahmen, beispielsweise Sondierungen, mit allen Beteiligten besprochen. So lässt sich ein großer Anteil der gefundenen Kampfmittel auf die gemeinsame Arbeit und letztlich auf die gezielte Suche des KBD mit diesem Fachbereich des Ordnungsamtes zurückführen.
Quelle: Stadt Köln
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