Horst Grosspeter (MiQua-Freunde), Dr. Thomas Otten (Direktor MiQua), Clauida Hessel (Forum für Kultur im Dialog), Abraham Lehrer (Synagogen-Gemeinde Köln) und Prof. Dr. Jürgen Wilheim (Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit)
Von der REDAKTION
Köln – Wir schreiben das Jahr 321, den 11. Dezember. An diesem Tag wird erstmals eine jüdische Gemeinde nördlich der Alpen schriftlich erwähnt. Die Gemeinde war Köln. Der römische Kaiser Konstantin erlässt ein Gesetz, das auf Anfrage der Stadt Köln jüdische Bürger den damaligen Stadtrat verpflichtete.
Ab sofort soll jährlich in Köln an dieses Datum erinnert werden. Drei Kölner Vereine haben sich dafür zum “Forum 321” zusammengeschlossen: die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die MiQua-Freunde (Fördergesellschaft für jüdisches Museum) und das Kölner Forum für Kultur im Dialog mit dem jüdischen Musikfestival Shalom-Musik.koeln. Das Forum hat sich am Donnerstag im Wallraf-Richartz-Museum vorgestellt.
Historische Bedeutung für Köln
Der Angriff auf Israel hat auch das jüdische Leben in Köln verändert. Um Antisemitismus entgegen zu wirken, soll jüdisches Leben sichtbarer werden.
“Über Dom und Karneval haben viele Kölner Teile ihre Geschichte vergessen. Die römische Zeit ist präsent, auch das Mittelalter mit vielen Kirchen – aber sonst? Der wichtige Anteil der Kölner Jüdinnen und Juden ist vergessen”, sagt Köln Horst Grosspeter von den MiQua-Freunden. Im Jahr 1424 wurden die erst aus der Stadt vertrieben, um dann ab 1798 zum Motor der wirtschaftlichen Entwicklung zu werden.
“Selbstverständlicher Teil des Lebens”
“Es bedarf dringend neuer Perspektiven auf das Jüdischsein im Hier und Jetzt. Ziel muss es sein und bleiben, dass jüdisches Leben als selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen deutschen und europäischen Gesellschaft verstanden und gelebt wird”, so Prof. Dr. Jürgen Wilheim von der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Gesellschaft.
Klare Worte findet auch Claudia Hessel vom Kölner Forum für Kultur im Dialog/Shalom-Musik.Koeln: “Antisemitismus darf niemals einen Platz in unserer Gesellschaft haben. Mit jeder einzelnen Veranstaltung zu jüdischem Leben und jüdischer Kultur zeigen wir ein stück Verantwortung für unsere Geschichte, auch auch ganz besonders unsere Empathie für die Jüdinnen und Juden, die heute mit uns zusammenleben.”
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