Von unserer Redaktion
Manche Wörter wirken wie ein Kölsch auf nüchternen Magen: kurz, kräftig, direkt ins Herz. Kölsch ist eine Sprache, die um die Ecke denkt – und trotzdem mitten ins Leben trifft. Wer sich auf sie einlässt, bekommt mehr als nur Vokabeln. Man bekommt ein Gefühl für die Stadt.
Denn diese zehn Wörter können vieles nicht: keine Probleme lösen, keine Formulare ausfüllen, keine Steuer senken. Aber sie können etwas anderes: Nähe schaffen. Wärme. Und einen Alltag, der sich plötzlich ein bisschen runder anfühlt. Oder wie der Kölner sagen würde: „Et is wie et is. Und dat is joot.“
1. Jeföhl
Alles beginnt mit dem Jeföhl. Ohne das läuft in Köln nichts. Wer kein Jeföhl hat, kann Kölsch zwar sprechen – aber nicht leben. Überhaupt ist die ganze Stadt ein Jeföhl.
2. Bützje
Ein Kuss, aber kein besonderer. Das Bützje ist flüchtig, freundlich, meistens auf die Wange – und im Karneval quasi Pflicht. Ein bisschen Herzlichkeit to go.
3. Lecker Mädche / Lecker Jung
Nein, das ist kein Spruch aus der Alt-Herren-Ecke. Es ist ein echtes Kompliment. Charmant, augenzwinkernd, herzlich. Es hat keinen Hintergedanken.
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Booking.com4. Et hätt noch immer joot jejange
Die kölsche Version von „Wird schon“. Und ganz ehrlich: Oft stimmt’s wirklich.
5. Driss
Muss man leider manchmal sagen. Für Mist. Für Ärger. Für Situationen, die nerven – aber sich nicht ändern lassen. „Wat’n Driss!“ – und weiter geht’s.
6. Jönne könne
Sich mitfreuen können. Nicht neidisch sein. Ein echtes kölsches Talent: Wenn der andere Glück hat, freut man sich mit – sogar, wenn’s einen selbst grad nervt. Jönne könne ist nicht einfach – aber goldwert.
7. Pänz
Kinder. Immer mit Liebe gesagt. Pänz sind wild, laut, neugierig – also echte Kölner.
8. Luurens
„Schau mal!“ – aber mit mehr Nachdruck. Wer „Luurens!“ ruft, zeigt dir was Wichtiges. Und sei es nur ein besonders schöner Sonnenuntergang über der Severinsbrücke. Oder er will nur mal eben Aufmerksamkeit, weil sein Kölschglas leer ist.
9. Verzäll nix
Heißt so viel wie: „Erzähl keinen Unsinn.“ Ein kölscher Satz, der sich freundlich anhört, aber eindeutig ist. Wird gern im Gespräch benutzt – liebevoll, aber bestimmt.
10. Hätz
Das kölsche Herz. Mal laut, mal weich, aber immer dabei. „Et Hätz op d’r Zung“ haben heißt, offen und herzlich zu reden – ohne Umweg. Kann anfangs gewöhnungsbedürftig sein.
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