GEHEIMNIS GELÜFTET – So sehen die Wagen im Kölner Rosenmontagszug aus

Holger Kirsch mit den Zoch-Motiven 2024 im Comedia-Theater Fotos: Festkomitee Kölner Karneval

Von HONG KAYSER

Köln – Es ist eins der best gehüteten Geheimnisse in Köln: Jetzt stellte Kölns Zochchef Holger Kirsch die Motive der Persiflage-Wagen im Rosenmontagszug 2024 vor. Zeit, den Oberen einen Spiegel vorzuhalten.

Zwei Dutzend Wagen werden in dieser Session aktuell gebaut – die meisten mit hochaktuellen Themen: von Kölschen Besonderheiten über nationale Politikk bis zu der Lage in der Rest-Welt. Passend zum Sessionsmotto “Wat e Theater – wat e Jeckespill” stellte Kölns Zochleiter die Motive im Comedia-Theater in der Südstadt vor.

Viel Theater im Zoch

Das Sessionsmotto zieht sich aus als Roter Faden durch den ganzen Zoch. “Es bietet viel Potenzial für die kreative Umsetzung – ich denke, das haben wir gut ausgeschöpft”, sagte Kirsch, den man die Freude über die Ergebnisse deutlich anmerkte.

Der Kölner Zoch ist frech und bissig wie selten. Olaf Scholz hängt auf einem Wagen als Faultier im Baum, dazu das Shakespeare-Zitat aus Hamlet “Der Rest ist Schweigen.” Mit den Zipfeln seiner Bischofsmütze verdeckt Kardinal Woelki sich die Augen vor den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Dazu der Theater-Titel: “Trauerspiel”.

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Fette Spende von Höhnern

2023 feierten die Höhner 50-jähriges Band-Jubilläum, das mit einer Fahrt im Rosenmontagszoch gekrönt wurde. Als Dankeschön überreichte die Band dem Zugleiter heute einen fetten Scheck über 11.111 Euro, ein Teil der Erlöse des “Höhner Rock ‘n’ Roll Zirkus”. Mit dem Geld sollen weitere Großfiguren für den Zoch gebaut werden.

Holger Kirsch Höhner
Kölns Zoch-Chef freut sich über die fette Höhner-Spende Foto: Hong Kayser

Kölns Museumskönig

Die Persiflage „Der Bürger als Edelmann“ bildet den Wissenschaftler, Sammler und Priester Ferdinand Franz Wallraf ab, dessen Todestag sich im kommenden März zum 200. Mal jährt. Ob Wallrafplatz oder Wallraf-Richartz-Museum – alle Kölnerinnen und Kölner kennen den Namen.

Mit seiner Kunstsammlung legte er den Grundstock für Köln als Museumsstadt, seine Büchersammlung war der Beginn der Universitäts- und Stadtbibliothek. Er war Wegbereiter der heutigen Bürgerstadt, Rektor der Universität und – vielen unbekannt – im Jahr 1823 Mitbegründer des Festkomitees Kölner Karneval.

Neuer Sperr-Bereich am Dom

Rosenmontag wird es eine neue Sicherheitszone am Wallrafplatz am Dom geben. Der Bereich zwischen Komödienstraße und Minoritenstraße wird zur Sicherheitszone, die bei zu vielen Menschen gesperrt werden kann. Anwohnerinnen und Anwohner kommen jederzeit mit Personalausweis durch. Gäste von Veranstaltungen im Sperrbereich kommen mit ihrer Eintrittskarte durch.

Für Gäste können sich Anwohnende im Festkomitee Zugangsberechtigungen abholen. Diese können ab dem 31. Januar bis 9. Februar von 11 bis 16 Uhr im Festkomitee Kölner Karneval (Maarweg 134, 50825 Köln) abgeholt werden.

Das Motto

Das Motto “Wat e Theater – wat e Jeckespill” ist einerseits eine Hommage an die Kölner Kulturschaffenden und Kreativen, daneben ist es aber auch so etwas wie ein kölscher Stoßseufzer, wenn man sich die dramtischen Entwicklungen im Weltgeschehen anschaut.


 

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