Explosionen in Köln: Polizei geht von Milieu-Streitigkeiten aus

Von unserer Redaktion

Köln – Die Polizei steht vor einer Mauer des Schweigens. Mehr als 60 Beamtinnen und Beamten ermitteln wegen der Explosionen von Montag- und Mittwochmorgen in der Kölner Innenstadt. Die Polizei geht von „offenen Rechnungen” im Milieu aus: Verbindungen zur organisierten Kriminalität in den Niederlande lägen auf der Hand. In den vergangenen drei Monaten kam es zu elf Explosionen in NRW.

Bei einer Pressekonferenz gab der Chef der Kölner Kriminalpolizei Michael Esser am Donnerstag einen ersten Überblick über den Status Quo in Köln. Der erfahrene Ermittler sprach von „beispiellosen Fällen der Gewalt und Schwerkriminalität”, die es in dieser Qualität bisher noch nicht am Rhein gegeben hat.

Täter vermutlich angereist

Auch wenn wegen der jüngsten Explosionen noch keine Ermittlungserfolge vorliegen, seien vielversprechende Zeugenhinweise eingegangen, denen aktuell mit Hochdruck nachgegangen werde, so Kripochef Michael Esser. Da der Täter vom Vanity trotz des relativ guten Fahndungsfoto noch nicht erkannt wurde, geht die Polizei davon aus, dass er für die Tat extra angereist war. Es wird aktuell auch international nach ihm gefahndet.

Am 24. August hatte es bereits eine Explosion vor der LFDY-Filiale in Amsterdam gegeben. Am Mittwochmorgen ging ein Brandsatz in der LFDY-Filiale in der Ehrenstraße hoch. Ein möglicher Zusammenhang wird geprüft.

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Offene Rechnungen im Drogenkrieg

Ein massiver Unruhefaktor im Kölner Milieu sind aktuell die 300 Kilogramm Cannabis, die im Hochsommer aus einer Halle in Hürth verschwunden sind, so Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Die geschädigte Organisation versuche gerade ihre Drogen zurückzubekommen oder fordere wahlweise Schadenersatz. Ob die jüngsten Explosionen auch damit in Zusammenhang stehen, steht noch nicht fest.

Definitiv in Zusammenhang mit dem Cannabis-Raub stehen die zwei Geiselnahmen im Juni und Juli in Hürth und in Rodenkirchen zu sehen. Wegen der Entführung in Hürth sind aktuell drei aus den Niederlanden stammende Personen in U-Haft. Wegen des Kidnappings in Rodenkirchen sitzen aktuell sieben Personen in U-Haft, alles keine Niederländer. Drei nicht identifizierte Beschuldigte, die fliehen konnten, werden in den Niederlanden vermutet. 

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