Köln designiertes Dreigestirn bei der Freiwilligen Feuerwehr Brück Foto: Festkomitee Kölner Karneval/Belibasakis
Von HONG KAYSER (Text + Fotos)
Kölns bestgehütetes Geheimnis ist gelüftet: Kölns neues Dreigestirn steht fest. Drei Männer in Uniform, auf dem Papier designiert, im Herzen längst mittendrin. Am Freitag wurden sie das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert.
Die drei wichtigsten Karnevalisten der kommenden Session kommen aus der Prinzen-Garde Köln 1906 e.V., die im nächsten Jahr 120. Jubiläum feiert: der designierte Prinz Niklas I. (Niklas Jüngling), Bauer Clemens (Clemens von Blanckart ) und Jungfrau Aenne (Stefan Blatt).
Sie dun et nur för Kölle
Alle drei verbindet nicht nur die Liebe zum Brauchtum, sondern auch ein auffälliger Mangel an Eitelkeit – passend zum Sessionsmotto „Mer dun et för Kölle“. Damit werden die in den Fokus gerückt, die arbeiten, wenn andere abschalten. Ob bei der Tafel oder im Tierheim, im Elferrat oder am Einsatzort. Die Vorstellung des Dreigestirns fand deshalb bei der Freiwilligen Feuerwehr in Köln-Brück stattfand.

Prinz Niklas I. und sein Traum
Der Kölner Karneval hat seinen neuen Prinzen: Niklas Jüngling, 32 Jahre jung, wird in der Session 2026 als Prinz Niklas I. das jecke Zepter übernehmen. Der designierte Prinz stammt aus den Reihen der Prinzen-Garde Köln 1906 e.V., bei der er seit 2016 aktives Mitglied im Fußkorps ist – eine Wahl mit Herz und Historie. Beruflich steht er als Leiter einer Vertriebsserviceeinheit bei der Gothaer Beratung und Vertriebsservice GmbH fest im Versicherungswesen. Er lebt mit seiner Freundin Katrin in Lindenthal.

Schon als Kind war für Jüngling klar: Fastelovend ist mehr als nur ein paar bunte Tage im Jahr. Von 2000 bis 2010 war er Teil der Kindertanzgruppe „De Höppemötzjer“, später tanzte er sich bis zum Offizier hoch – drei Sessionen lang als stolzer Tanzoffizier im Traditionskorps „Jan von Werth“. Seit 2019 ist er die Stimme des Prinzenschwofs in der Wolkenburg und bringt mit viel Charme und kölscher Freude das Publikum zum Schunkeln. Dass er nebenbei noch FC-Fan mit Dauerkarte ist und auf Skiern ebenso zu Hause wie beim Tennis oder Spinning, rundet das Bild eines echten kölschen Multitalents ab.
Mit Niklas Jüngling bekommt Köln einen Prinzen, der Tradition und Moderne, Disziplin und Lebensfreude verbindet. Einer, der die Bühne kennt, das Brauchtum lebt und die kölsche Seele im Herzen trägt

Bauer Clemens und die Haltung
Mit Clemens von Blanckart übernimmt ein Mann das Amt des Kölner Bauern, der Bodenhaftung, Tradition und kölschen Gemeinschaftssinn ideal miteinander verbindet. In der Session 2026 steht er nicht nur symbolisch für Kraft und Heimatverbundenheit – er lebt sie. Der 41-Jährige ist verheiratet, Vater einer Tochter und Wahlkölner aus Überzeugung. Seit 2010 arbeitet er als selbstständiger Immobilienverwalter.

Von Blanckarts Herz schlägt nicht nur für Immobilien, sondern auch für das Miteinander. Ob bei Spaziergängen mit seiner Dackelhündin Sissi, bei geselligen Abenden in Junkersdorf oder beim Kochen für Freunde – der neue Bauer genießt die Gesellschaft. Diese Verbundenheit zeigt sich auch im Karneval: Seit 2016 ist er Teil des Corps à la Suite der Prinzen-Garde Köln 1906 e.V. und trägt dort mit Stolz die Standarte. Zudem engagiert er sich im Redaktionsteam der „Depesche“, dem Vereinsmagazin der Garde – mit Liebe zum Detail und einem Gespür für die Geschichten hinter der Uniform.
Karnevalistisch ist von Blanckart tief vernetzt: Mitgliedschaften bei den Chevaliers von Cöln, der Grossen Braunsfelder KG und den Fidelen Burggrafen zeugen von seinem Engagement für das kölsche Brauchtum. Auch beim Club 50 der Colombina Colonia e.V. ist er aktiv. Seit 2017 unterstützt er außerdem als Freund und Förderer das Fußkorps der Prinzen-Garde. Mit „Bauer Clemens“ bekommt Köln einen bodenständigen, herzlichen und engagierten Vertreter seiner Traditionen. Einer, der weiß, was Zusammenhalt bedeutet – und der die kölsche Seele nicht nur versteht, sondern mitträgt.
Jungfrau Aenne – mit Grillzange und Geschichte
In der Session 2026 steht ein echter kölscher Jung für die Jungfrau im Dreigestirn auf der Bühne: Stefan Blatt wird als „Jungfrau Aenne“ die jecke Weiblichkeit verkörpern – mit Charme, Humor und ganz viel Herz fürs Brauchtum. Der 40-Jährige ist ein kölsches Urgestein: verheiratet, zweifacher Vater, begeisterter FC-Fan mit Dauerkarte und beruflich seit über zwei Jahrzehnten bei den Ford-Werken in Köln-Niehl tätig. Dort hat er als Energieelektroniker angefangen und ist heute als Koordinator für Industrie 4.0 in der Lackiererei tätig – technikaffin, zuverlässig und immer bereit, Neues zu gestalten.

Seit 2012 ist Blatt aktives Mitglied im Fußkorps der Prinzen-Garde Köln 1906 e.V. und seit 2022 auch Kassierer der Truppe. Nebenbei engagiert er sich im Rosenmontagszug als stellvertretender Gruppenwart – alles ehrenamtlich, mit viel Zeitaufwand, aber noch mehr Begeisterung. Auch im Veedel ist auf ihn Verlass: In der Dorfgemeinschaft Langel Rheinkassel Kasselberg ist er als Geschäftsführer nicht nur organisatorisch, sondern auch strategisch verantwortlich für den örtlichen Fastelovend. Vereinsarbeit liegt ihm im Blut – ob im Karneval, Fußball oder Schützenwesen.
Privat ist Stefan Blatt ein Familienmensch durch und durch. Gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Töchtern genießt er das Campingleben, steht gerne am Grill und hat Freude daran, für Freunde und Familie zu kochen. Die kölsche Jungfrau bekommt 2026 mit ihm ein echtes Alltagsoriginal – bodenständig, herzlich, heimatverbunden.