150 JAHRE KÖLSCHE TRADITION – Warum dieses Divertissementchen SO großartig ist!

Fotos: Stefanie Althoff

Von LISA KORTHUES

Köln – In Köln ist Traditionspflege keine Pflicht, sondern ein KOMPLIMENT ans Brauchtum. Genau darum dreht es sich im neuen, hinreißenden Stück der Bühnengemeinschaft Cäcilia Wolkenburg. „Zillche en Jefahr“ ist eine kölsche Lobeshymne auf die gute alte Zeit, die alle Berechtigung hat, zu überdauern.

Die Bühnengemeinschaft „Cäcilia Wolkenburg“ des Kölner-Männer-Gesangsvereins (KMGV) feiert in diesem Jahr ihren 150-jährigen Geburtstag. Ihre Musical-Show, ihr “Divertissementchen” zum Jubiläum ist fulminant. Dabei werden die Herren im Kölner Staatenhaus in Deutz vom phantastischen Orchester der Bergischen Symphoniker und der Band „Westwood Slickers“ begleitet.

Wir waren bei der Generalprobe des kölschen Spektakel dabei. So viel schon mal vorneweg: Das Stück ist eine mitreisende Zeitreise durch die Geschichte des Zillche, die eng mit der Historie Kölns verschmolzen ist.

Darum dreht sich das neue “Zillche”

Die Geschichte des Jubiläums-Divertissementchen ist schnell erzählt: Die Herren des „Zillche“ bestehen darauf, keine Profis zu sein, das kommt schließlich von Profit, während Amateur von Amore kommt und die Liebe der Herren zu ihrem Verein steckt hier wahrhaftig in jedem Detail. 

So sehr, dass der KMGV aus eigener Tasche die Kölner Oper fertig sanieren lässt, um ihrem Divertissementchen zum Jubiläum ein angemessenes Ambiente zu bieten. Leider sind dabei die Kosten ein wenig aus dem Ruder gelaufen, so dass Hollywood unter die Arme greifen soll. Doch Hollywood kann nicht mit kölscher Liebe, sondern nur kommerziell! 

Fotos: Lisa Korthues

Ein Orchester braucht laut Star-Produzent keiner, schließlich wäre die Musik vom Band viel kostensparender und warum das Musical nur zur Karnevalszeit aufführen, wenn es doch ganzjährlich in großen Arenen laufen kann? Außerdem sollen nicht nur die Tänzer und die Kantine abspecken, sondern auch noch Frauen auf die Bühne! Das geht in einem Männer-Gesangsverein nun wirklich nicht. 

Am Ende retten ausgerechnet die Frauen mit einer sehr fortschrittlichen Idee und ein Missverständnis, das selbstverständlich in Düsseldorf fabriziert wurde, den „Kääls“ den Allerwertesten – und die Frage: Geld oder Liebe, kann mit „Beides“ beantwortet werden. Das Spektakel endet mit dem kölschen „Et hätt noch immer jot jejange“ und entlässt seine Zuschauer bestens unterhalten in den Abend!

Unser Fazit: ein echtes Divertissementchen!

Im Stück wird getanzt, gesungen und geknutscht, es bleibt kein Auge trocken und kein Fuß still. Die Herren nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Geschichte des „Zillche“ und führen neben originalen Partituren aus den Gründerjahren des Vereins auch eingekölschte Welthits und aktuelle Karnevalskracher auf. 

Da ist wahrlich ein Divertissementchen gelungen. Chapeau, die Herren!

Das Stück läuft bis zum 13. Februar in der Oper am Rheinparkweg. Karten gibt es für die 24 Vorstellungen jedoch keine mehr. Die Veranstaltung ist ein fester Bestandteil des Kölner Kulturbetriebs und somit restlos ausverkauft. 

Der WDR, der dem Zillche als Partner seit Jahren zur Seite steht, strahlt die Show am 10. Februar ab 11.15 Uhr aus. 

Quelle: vor Ort Recherche

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