“Alles was zählt”-Schauspielerin Madlen Kaniuth lebt seit vier Jahren in Detroit (Foto: Leonie Handrick). Für den1. FC Köln stellt sie sich am Wochenende den Wecker – die Zeitumstellung
Von STEPHANIE KAYSER
Köln – Vor vier Jahren ist “Alles was zählt”-Schauspielerin Madlen Kaniuth (48) in die USA ausgewandert. An einem Ritual hält sie bis heute fest: “JEDES Wochenende gibt es bei uns FC – meistens vor dem Frühstück…”
Schlafanzug statt Trikot, Kaffee statt Kölsch. Wochenend-Routine bei der Exil-Kölnerin und ihrem Mann Christian (48): “Je nachdem, wann der 1. FC Köln spielt, gucken wir entweder vor dem Frühstück oder danach – wegen der 6 Stunden Zeitverschiebung. BEIM Frühstück geht NICHT, da ist man viel zu abgelenkt, das haben wir direkt festgestellt.” 9 Dollar kostet das Bundesliga-Monatsabo übrigens in den USA.

Foto: privat
Tatsächlich sind Madlen und ihr Mann per Zufall in “Little Köln” von Michigan gelandet. Ihr Wohnort Royal Oak ist nur 15 Fahr-Minuten vom Zentrum Detroit’s entfernt.
“Hier sind alle sehr demokratisch, eher links statt rechts. Wir gehen überall zu Fuß hin. Bei uns im Ort gibt es eine große schwule Community, eine große Kulturszene, viele Kneipen – sogar eine eigene ‘Kölsch’-Brauerei, mit ‘Koelsching-Hour’. Man kann es echt gut trinken.” Das hauseigene “Northern Kölsch” hat hat in den USA tatsächlich schon einige Preise gewonnen.
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Booking.comAls der Wirt der örtlichen Kölsch-Brauerei, “The Royal Oak Brewery” hört, aus welcher Stadt das deutsche Paar kommt, werden sie mit offenen Armen empfangen: “Er war tatsächlich noch nie in Köln, aber liebt es. Die Leute hier mögen das Tolerante und Liberale an Köln, das “spürbar anders” Motto des FC.”
Tatsächlich gibt es auch in direkter Nähe, in Chicago einen offiziellen FC-Fanclub. “Wir waren auch schon bei Fan-Treffen. Im Club sind vor allem viele Amerikaner, einige von ihnen, die mal länger im Rheinland gelebt haben. Wir selbst sind aber auch immer noch ‘richtige’ FC-Mitglieder.”

Foto: Instagram/theroyaloakbrewery

Foto: privat
Einige Dinge fehlen Madlen Kaniuth dann aber doch an Deutschland. “Am Wochenende mal ins Stadion zu gehen, die ganze Atmosphäre live erleben. Das ist vor dem Fernseher auf der Couch natürlich anders. Mir fehlen vor allem Traditionen wie die Weihnachtsmärkte, mal einen Glühwein zu trinken. Und natürlich Karneval. Da konnte ich unseren Koelsch-Brauer noch nicht zu überzeugen, mal eine Karnevalsparty zu veranstalten.”
In den vier Jahren in Detroit war sie nur einmal zurück in Deutschland: “Ich mache jeden Tag Videoanrufe mit meiner Mutter. Aber wir sind hier unglaublich glücklich. Wir haben das Gefühl angekommen zu sein.”
In der RTL-Serie “Alle was zählt” spielte Madlen Kaniuth 13 Jahre lang die Sekretärin Brigitte Schnell. Auch in den USA arbeitet sie seit ihrem Umzug weiter als Schauspielerin, hatte mehrere Engagements in Filmen und Kurzfilmen, TV Werbung, Musical und sogar Oper, wird zur Zeit von vier Schauspielagenturen in mehreren-US Staaten vertreten: “Und tatsächlich hatte fast keine meiner Rollen hier mit meiner deutschen Herkunft zu tun. Ich bin erst einmal gebucht worden, um mit einem deutschen Akzent zu sprechen…”
P.S. Kleiner Nachtrag zum Thema Kölsch: Laut Kölsch-Konvention darf Bier sich nur “Kölsch” nennen, das in der Region Köln (das Gebiet ist geografisch genau festgelegt) gebraut wurde. Deshalb nennt der US-Brauer aus Michigan sein Bier “Northern Kölsch”.
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