FRO KUCKELKORN GESTORBEN – Dieser Blaue Funk war eine Legende!

Von STEPHANIE KAYSER

Köln – Der Himmel strahlte in schönstem Blau-Weiß: Der Karneval trauert um Blaue-Funken-Ehrenpräsident Fro Kuckekorn (†84). Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn verliert mitten in der Session seinen Vater. Der Karneval verliert einen legendäre Persönlichkeit.

Mit 15 Jahren trat Fro Kuckekorn bei den Blauen Funken ein – eine Verbindung für ein ganzes Leben. Im kommenden Jahr hätte er sein 70-jähriges Funken-Jubiläum gefeiert. Von 1970 bis 2008 war Kuckelkorn Mitglied im Vorstand, stand von 1975 bis 1981 als Kommandant in der ersten Reihe.

rosenmontagszug, köln
Traditionell sind die Blauen Funken die erste Gruppe im Rosenmontagszoch, wie hier 2023 bei der Premiere über die Deutzer Brücke Foto: Festkomitee

1982 engagierte sich Kuckelkorn 11 Jahre als Vizepräsident, bevor er 1994 als Präsident übernahm. 14 Jahre stand Kuckelkorn an der Spitze eines der wichtigsten Kölner Vereine. Er hatte ein unglaublich herzliches Lächeln, gab Menschen das Gefühl, dass man sich schon seit Jahren kennt.

Egal ob Toilettendame oder Präsidenten-Kollegen, Fro Kuckelkorn machte keinen Unterschied. Für ihn waren alle gleich. Er war ein Verfechter kölscher Werte, ein Familienmensch und Oberhaupt einer bekannten kölschen Großfamilie. Das Familien-Bestattungsunternehmen ist deutschlandweit bekannt.

“Er hat den Funken-Spirit gelebt”

“Mit dem Tod von Fro T.D. Kuckelkorn verlieren die Blauen Funken ein Stück ihrer Identität und einen Kameraden, der mit seinem Tun und seiner Art die Blauen Funken über Jahrzehnte geprägt hat. In seinen 70 Jahren als Funk hat er nicht nur zahlreiche und wertvolle neue Wege eingeleitet, sondern seinen größten Beitrag für das Miteinander der Funken geleistet. Er hat den Funken-Spirit vorgelebt und Hunderten von Blauen Funken nahegebracht”, so verabschieden ihn seine Kameraden.

Als Fro Kuckelkorn 1996 als Jungfrau mit dem Kölner Dreigestirn durch den Karneval zog, begeisterte er Hunderttausende. So öffentlich er für den Karneval lebte, so zurückgezogen waren seine letzten Tage. Nach kurzer schwerer Krankheit starb er am Freitag im Kreis seiner Lieben.

Sein letzter Auftritt im Fasteleer

Als sein Sohn, Festkomitee-Präsident Christoph Kuckekorn beim diesjährigen Korps-Appell der Blauen Funken überraschend mit dem “Großkreuz” wurde – eine der höchsten Auszeichnungen – wurde Fro Kuckelkorn per Videoschalte in den Saal geschaltet. Ein Gänsehaut-Moment und das letzte Mal, das ihn seine Funken sahen.

Fro Kuckelkorn über den Tod

Hauptberuflich arbeitet die Karnevalistenfamlie Kuckelkorn im gleichnamigen Bestattungsinstitut, das in ganz Deutschland bekannt ist. Ein Leben zwischen maximaler Freude und maximale Trauer. Auf der Unternehmensseite hat Fro Kuckelkorn auch über den Tod gesprochen:

“Ich habe Beisetzungen in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, der Türkei, England, Schweden und der ehemaligen DDR besucht. Mich hat beeindruckt, dass in den mediterranen Ländern die Teilnahme der Trauernden sehr intensiv und emotional ist. Sowohl die gesamte Familie, wie das gesamte Umfeld des Verstorbenen (Kollegen, das Dorf) nehmen an der Bestattung teil.

Die Einstellung zu den Verstorbenen in Bezug auf Tabus und Distanz ist in den südlichen Ländern ganz anders: persönlicher, vertrauter, die Toten dürfen angefasst werden. Die mediterrane Trauer­bewältigung ist emotionaler und stärker nach außen gerichtet. In Deutschland gibt es sehr viel mehr Auflagen und Regularien, die eingehalten werden müssen.”

Anfang der Woche in Berlin: Christoph Kuckelkorn mit dem Kinder-Dreigestirn bei Bundestags-Präsidentin Bärbel Bas Foto: Festkomitee
Anfang der Woche in Berlin: Christoph Kuckelkorn mit dem Kinder-Dreigestirn
bei Bundestags-Präsidentin Bärbel Bas Foto: Festkomitee

Aktualisierung: Fro Kuckelkorn wurde am Samstag, 28. Januar auf dem Melatenfriedhof in Köln beigesetzt.

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