ASTRONAUT MATTHIAS MAURER WILL ZUM MOND – “Im Weltall altert man 30x schneller”

Von HONG KAYSER

Köln – Die weltgrößte Fitnessmesse geht am Sonntag in Köln zu Ende. Mehr als 900 Ausstellerinnen und Aussteller in zehn Messehallen, um die 100.000 Besucher. Ein Schwerpunkt-Thema der FIBO war “longevity”, das Fit-Bleiben im Alter. Das interessierte auch den Kölner ESA-Astronaut Matthias Maurer (54).

Warum gerade die Alterungsprozesse einen Astronauten interessieren und wie es Matthias Maurer mit der Fitness hält, hat er uns im Interview vor Ort verraten. Auf der FIBO war er as Markenbotschafter für die EMS-Anzüge EasyMotionSkin unterwegs. Damit hatte er auch 2021/2022 auf der internationalen Raumstation ISS trainiert.

Maurer war mit der Space X Crew 3 für sechs Monate ins All geflogen, hatte dort sogar einen Außeneinsatz. Aktuell leitet er das europäische Mond-Forschungszentrum in Köln.

Fibo Matthias Maurer
ESA-Astronaut Matthias Maurer auf der FIBO
Wie fühlt man sich als einer der nur zwölf (!) Deutschen, die jemals im Weltraum waren?

MATTHIAS MAURER: „Das ist schon was Exklusives, ins Weltall zu fliegen und sich diesen Kindheitstraum zu erfüllen, die Erde von außen zu sehen. Das ist sehr schwer zu schlagen.“

Wie kommt ein Astronaut auf die FIBO?

MATTHIAS MAURER: „Astronauten und FIBO, das passt sehr gut zusammen. Astronautinnen und Astronauten müssen fit sein, um ins All zu fliegen. Im All altert man 30x schneller, was den Abbau von Muskeln und Knochen angeht, wenn man kein Sport machen würde.

Das Thema der FIBO ist unter anderem  longevity, also langsam in einem guten Zustand zu altern. Wir Astronautinnen und Astronauten können viel erklären, wie das bei uns unter diesen extremen Bedingungen im All passiert. Wir möchten auf der FIBO aber auch lernen, was die neuesten Trends sind, um die dann bei uns mit einzubringen.“

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Ohne körperliche Fitness geht es also nicht im All.

MATTHIAS MAURER: „Körperliche Fitness im All ist essentiell, ansonsten würde sich der Körper auflösen, Muskeln abbauen, Knochen abbauen. Muskelabbau ist ja ein Thema, was viele ältere Menschen betrifft. Das haben auch wir Astronautinnen und Astronauten im All. 

Würde ich keinen Sport betreiben, würden sich meine Knochen im wahrsten Sinne des Wortes auflösen und ich würde als alter Mann aus dem Weltall zurückkommen. Das möchte ich natürlich nicht. Deswegen mache ich jeden Tag zwei Stunden Sport im All. Zuhause versuche ich so oft es geht, Sport zu machen, mindestens dreimal die Woche.“ 

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Sie waren schon im All. Haben Sie noch berufliche Ziele?

MATTHIAS MAURER: „Ein ganz großen Traum möchte ich mir noch erfüllen – “in den nächsten vier, fünf Jahren einmal Richtung Mond zu fliegen. Vielleicht sogar auf dem Mond zu landen und ihn zu erkunden.

Ich bin Projektleiter für ein neues Mondprojekt im Kölner Astronautenzentrum für die Erkundigung des Mondes. Köln ist der einzige Platz in Europa, an dem wir Astronautinnen und Astronauten ausbilden.“

Für die weitere Weltraumforschung sucht das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum aktuell übrigens Probanden. 18.000 Euro für 60 Tage im Bett liegen. Hört sich vermutlich leichter an, als man denkt. Mehr Infos hier.

Quelle: vor Ort

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Titelbild – Hintergrund: PIRO4D/pixabay; emarto/Getty Images via canva.com

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