Von unserer Redaktion
Köln – Die Stadt war voll, aber vom Massenandrang der Vorjahre blieb Köln an Weiberfastnacht verschont. Die gute Nachricht zuerst: Die große Mehrheit der Jecken feierte friedlich und (feucht)fröhlich. Das ist die erste Bilanz von Polizei und Stadt Köln.
Das sagt die Kölner Polizei
Bis zum frühen Abend um 20 Uhr sprachen die Beamten 76 Platzverweise aus. Zudem wurden 14 Personen in Gewahrsam genommen, um Auseinandersetzungen zu verhindern oder bestehende Platzverweise durchzusetzen. Ein weiterer Fokus lag auf dem Jugendschutz: Mehr als 210 Kontrollen wurden durchgeführt. Bei rund 370 Messerkontrollen stellten die Beamten mehrere Messer sowie sieben waffenähnliche, täuschend echt aussehende Gegenstände sicher.
Ermittlungen nach Körperverletzungen und Sexualdelikten
In 25 Fällen wurden Ermittlungen wegen Körperverletzung eingeleitet. Die Beamten ermitteln auch wegen vier angezeigte Sexualdelikte, darunter zwei Vergewaltigungen. Ein bereits identifizierter Tatverdächtiger soll gegen 18 Uhr in einem Lokal im Zülpicher Viertel eine 18-Jährige vergewaltigt haben. In einem weiteren Fall wird nach einem Unbekannten gefahndet, der laut aktuellen Erkenntnissen eine junge Frau gegen 14.30 Uhr in einer mobilen Toilette an den Uniwiesen vergewaltigt haben soll. Die Ermittlungen laufen.

Weitere Vorfälle des Tages
- Gegen 11.15 Uhr fiel ein 76-jähriger Mann auf, der offenbar gezielt Frauen fotografierte. Die Beamten stellten seine Kamera sicher und erteilten ihm einen Platzverweis.
- Ein Streit in einem Lokal eskalierte, als ein Gästeschläger von einem Türsteher einen Schlag ins Gesicht erhielt. Der Verletzte musste ins Krankenhaus gebracht werden.
- Um die Mittagszeit wurden zwei wohnungslose Männer (16 und 36 Jahre) vorläufig festgenommen, nachdem sie im Zülpicher Viertel ein Handy gestohlen hatten. Mithilfe des Bestohlenen konnten die Beamten das geortete Handy sicherstellen.

Das sagt die Stadt Köln
Noch vor Sonnenaufgang war das Ordnungsamt der Stadt Köln im Einsatz, um den Straßenkarneval zu begleiten. Rund 300 Mitarbeiter*innen waren über den Tag und die Nacht hinweg auf den Straßen, Plätzen und im Koordinierungsstab aktiv. Zusätzlich überwachten bis zum Mittag 928 Sicherheitskräfte den Zugang ins Zülpicher Viertel, die Ausweichfläche an der Uniwiese sowie das Glasverbot an den Kontrollstellen der Altstadt, des Zülpicher Viertels und erstmals auch des Inneren Grüngürtels.
Seit 8 Uhr morgens koordinierte das Ordnungsamt gemeinsam mit Polizei, KVB, Deutscher Bahn, Hilfsorganisationen und weiteren Akteuren den Einsatz. Diese zentrale Stelle analysierte laufend die Situation, traf notwendige Entscheidungen und sorgte für deren rasche Umsetzung.
Rettungsdienste mit normaler Einsatzlage
Seit dem Morgen waren 821 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen wie DRK und ASB sowie Technischem Hilfswerk (THW) und DLRG im Dienst. Die Lage blieb überschaubar: Die Feuerwehr wurde zu 29 Einsätzen gerufen (13 Brandschutzeinsätze, 16 technische Hilfeleistungen), der Rettungsdienst verzeichnete 320 Einsätze. Die Zahlen bewegen sich auf dem Niveau eines normalen Wochentags. Positiv hervorzuheben: Es gab keine Angriffe auf Einsatzkräfte.

Schwerpunkt: Sicherheit und Jugendschutz
Neben der Kontrolle des Glasverbots legte das Ordnungsamt einen besonderen Fokus auf Jugendschutz und Sicherheitschecks. So wurden bis zum Mittag die Dokumente von 1.003 Sicherheitskräften überprüft, wobei 75 Personen aufgrund fehlender oder unvollständiger Nachweise abgelehnt wurden. Trotz 1.000 aufgestellter mobiler Toiletten gab es Verstöße gegen das Wildpinkeln: 24 im Kwartier Latäng, einer in der Altstadt. Die Sünder müssen mit Bußgeldern von bis zu 200 Euro rechnen.
Im Rahmen der Aktion „Mehr Spaß ohne Glas“ wurde mitgebrachte Glasware an Kontrollstellen entsorgt. Diese Regelung bewährte sich auch an den neuen Kontrollpunkten im Inneren Grüngürtel. In Zusammenarbeit mit Gastwirten setzte die Stadt erneut ein Pfandsystem für Mehrwegbecher ein. Zudem gab es in der Südstadt um den Severinskirchplatz und Chlodwigplatz freiwillige Glasabgabestellen.
Im Rahmen des Jugendschutzes wurden in der Altstadt 35 Präventivgespräche geführt. Dabei stellten Ordnungskräfte bei elf Jugendlichen Alkohol oder Tabak sicher. Im Zülpicher Viertel fanden 604 Gespräche statt, woraufhin 187 Jugendliche freiwillig ihre alkoholischen Getränke oder Tabakwaren abgaben. 21 betrunkene Jugendliche wurden den Sanitätsdiensten übergeben.
Im Vorfeld des Karnevals hatte das Ordnungsamt jugendliche Testkäufer*innen losgeschickt, um Kioske zu kontrollieren. Von 57 geprüften Betrieben verstießen 38 gegen Jugendschutzbestimmungen. Zusätzliche Kontrollen am Karnevalstag ergaben in der Altstadt bei 30 Betrieben 22 Verstöße, einige davon zum wiederholten Mal. Eine alarmierende Quote von 69 Prozent. Die betroffenen Betreiber müssen mit hohen Strafen rechnen. Auch im Zülpicher Viertel gab es Kontrollen: Drei Geschäfte verstießen gegen die Sondernutzungserlaubnis.
Das Jugendamt war mit 22 Streetworkerinnen, 20 Fachkräften und zwei Kolleginnen des nachgehenden Jugendschutzes im Einsatz. Sie sprachen 251 Jugendliche in der Altstadt und 595 im Kwartier Latäng an. Insgesamt mussten vier Personen von Sanittätskräften versorgt werden – deutlich weniger als am 11.11.2024. Neun Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren wurden im Notfallversorgungszentrum betreut. Drei davon waren aufgrund exzessiven Alkoholkonsums auffällig. In allen Fällen wurden die Eltern informiert und holten ihre Kinder ab.
Falschparker und Abschleppaktionen
36 Ordnungskräfte waren ab dem frühen Morgen unterwegs, um widerrechtlich parkende Fahrzeuge zu erfassen. Im Kwartier Latäng und Severinsviertel wurden 18 Autos abgeschleppt und 27 Verwarnungen ausgesprochen. Stadtweit gab es 21 Abschleppfälle und 378 Verwarnungen. Bereits an den Vortagen wurden 128 Knöllchen verteilt und 72 Fahrzeuge abgeschleppt.
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