Foto: Rolf Schlosser
Von unserer REDAKTION
Köln – Raus aus der Erdhöhle, rein ins Abenteuer: Die drei jüngsten Baby-Erdmännchen im Kölner Zoo kann man aktuell auf Streifzug durchs Außengehege beobachten. Das dominante Weibchen im Erdmännchen-Clan, “Babetje”, hatte im Februar Nachwuchs bekommen.
„Babetje“ war nur in den ersten Tagen nach der Geburt ständig bei ihren Neugeborenen. Seitdem verlässt sie den Bau regelmäßig, um auf Nahrungssuche zu gehen. In der Zeit ihrer Abwesenheit bleibt immer ein erwachsenes Erdmännchen, ein “Babysitter”, bei den Kleinen.
77 Tage Tragezeit

Foto: Werner Scheurer
In ihrem natürlichen Lebensraum, den trockenen Steppen und Halbwüsten im südlichen Afrika, suchen Erdmännchen vor allem nach Insekten und Spinnentieren, die ausgegraben werden müssen. Seltener stehen Vogeleier, Kleinsäuger oder saftige Früchte auf dem Speiseplan. Dieses Futter wird auch den Jungen bei Verlassen der Wurfhöhle von den Babysittern angeboten.
„Babetje“ wirft mehrmals im Jahr zwei bis fünf Jungtiere. Die Tragzeit umfasst 77 Tage. Den Vater wählt die Chef-Erdmännin unter den hochrangigen Männchen der Gruppe aus. „Babetje“ war 2019 zusammen mit zwei weiteren Erdmännchen-Damen aus den Niederlanden nach Köln gekommen und hatte schnell die Führungsrolle erobert. Zur Gruppe im Kölner Zoo zählen nun insgesamt gut 20 Tiere.
Streifzüge mit Babysitter
Angeborenes Fluchtverhalten

Foto: Werner Scheurer
Dieses Wach-Verhalten ist angeboren, ebenso wie das Graben größerer Schlaf- und Wurfhöhlen sowie kleiner Fluchtburgen, in die sie sich bei Gefahr, angezeigt durch bestimmte Rufe des Wächters, zurückziehen.
Anhand der Warnlaute des Wächters können die Erdmännchen erkennen, ob es sich um einen Feind aus der Luft oder vom Boden handelt. Ist es z.B. ein Vogel, fliehen sie ganz schnell in die Bauten. Geht die Gefahr von bodenbewohnenden Tieren aus, rotten sich Erdmännchen zusammen und versuchen, den Feind zu vertreiben.
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Wachen und Graben

Fotos: Werner Scheurer
In Menschenobhut müssen den Tieren die Requisiten des Lebensraums geboten werden, die Wachen und Graben möglich machen – also erhöhte Ausgucke und einen Untergrund zum Höhlenbau. Das Futter ist vielfältig und muss Nährstoffansprüchen und Nahrungsaufnahmeverhalten der Erdmännchen entsprechen. Grillen stehen ebenso auf dem Speiseplan wie gelegentlich Garnelen.
An anderen Tagen gibt es Stücke von Muskel- und Herzfleisch, aber auch Hackfleisch, Mäuse oder Obst. Vielfach wird das Futter in Säcken mit Heu oder Rindenmulch angeboten, sodass das Such- und Scharrverhalten stimuliert wird. Darüber hinaus graben die Erdmännchen bei gutem Wetter ausgiebig zwischen den Grasbüscheln und Büschen der Anlage nach Insekten und Würmern.
Quelle: Kölner Zoo
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