Foto: Festkomitee Kölner Karneval
Von unserer Redaktion
Köln – Der Kölner Karneval ist mehr als nur ein paar Tage Party – er ist eine Lebensart, ein Gefühl, das die Stadt und ihre Bewohner jedes Jahr aufs Neue in seinen Bann zieht.
Es geht dabei nicht ums „Fröhlich sein auf Knopfdruck“, sondern um das Gefühl, wenn der Fastelovend ab Anfang des neuen Jahres immer fühlbarer durch die Stadt zieht. Wenn man im Laufe der Wochen immer mehr Kostümierte im Straßenbild sieht, wenn man aus immer mehr Kneipen Karnevalsmusik hört, die Proklamation des Dreigestirns und die Karnevalsmesse im ehrwürdigen Kölner Dom: alles ein Aufwärmen auf die tollen sechs Tage ab Weiberfastnacht. Eine Übersicht im Schnelldurchlauf: der Kölner Karneval von A bis Z.
- A wie Alaaf
Ohne dieses Wort geht nichts! „Kölle Alaaf” ist der Narrenruf des Kölner Karnevals und bedeutet so viel wie „Es lebe Köln!“ – wortwörtlich „Köln über allem“. Man kann aber im Prinzip jeden und alles hochleben lassen: „Rosenmontag alaaf“, „Marianne alaaf“ oder „FC alaaf“.
- B wie Bützje
Ein Bützje ist ein Küsschen, das man zur Karnevalszeit freizügig verteilt – ob auf die Wange oder die Lippen: Bützjer sind nur freundschaftlich gemeint und keinesfalls als sexuelle Aufforderung oder Ähnliches zu verstehen.
- C wie Clown
Ob als klassischer Clown, bunter Harlekin oder moderner Horror-Clown: Das Clownskostüm ist eine der beliebtesten Verkleidungen im Kölner Karneval. Besonders in den Veedelszügen sieht man zahlreiche kreative Variationen dieser Verkleidung.
- D wie Dreigestirn
Prinz, Bauer und Jungfrau – sie sind die Regenten des Kölner Karnevals. Jedes Jahr wird ein neues Dreigestirn gekürt, das die jecke Herrschaft übernimmt. 1823 wurde zunächst „Held Carneval“ geschaffen, der später zum Prinzen wurde und Verstärkung bekam. Traditionell wird die Jungfrau von einem Mann gespielt.
- E wie Elferrat
Der Elferrat ist die Sitzreihe an Herren und/oder Damen hinten auf der Bühne, die während der Sitzung vor allem Stimmung machen. Viele Elferräte haben sich eigene Choreografien mit Cheerleader-Puscheln oder Leuchtstäben ausgedacht und überraschen auch mal die auftretenden Künstler. In der Mitte sitzt der Sitzungsleiter, früher meistens der Präsident, heute häufig ein professioneller Moderator.
- F wie Fastelovend
Ein anderes Wort für Karneval, das in Köln und Umgebung genutzt wird. Die Session beginnt offiziell am 11.11. um 11.11 Uhr und endet am Aschermittwoch. Der Begriff Fastelovend oder Fasteleer stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „Vorabend der Fastenzeit“.

- G wie Geisterzug
Der Geisterzug ist eine alternative Karnevalsveranstaltung, die häufig am Karnevalssamstag stattfindet und politische oder gesellschaftskritischen Themen aufgreift. Die Teilnehmer ziehen in gruseligen Kostümen durch die Straßen – von Zombies über Vampiren, Hexen und Geistern. In diesem Jahr findet der Zoch am Samstag vor dem Karnevalswochenende, am 22. Februar statt, und führt vom Eigelstein Richtung Neumarkt, bis zum Apostelnkloster.
- H wie Höhner
Die „Höhner“ – hochdeutsch „Hühner“ – sind eine der bekanntesten Kölner Karnevalsbands und liefern Jahr für Jahr Hits für die Session. Ihre Lieder wie „Viva Colonia“ oder „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ sind mittlerweile auch fester Bestandteil auf jeder Après-Ski-Party.
- I wie Immis
„Immis“ – Kurzform für „Immigranten“ – ist die kölsche Bezeichnung für Zugezogene, die aus anderen Teilen Deutschlands oder der Welt kommen. Viele Immis bewahren die Traditionen im Karneval noch strenger als die gebürtigen Kölner. Viele Karnevalsvereine haben Mitglieder aus ganz Deutschland und der Welt.
- J wie Jeck
Ein Jeck ist jeder, der Karneval liebt und mitfeiert. Jeck heißt Hochdeutsch übersetzt so viel wie „närrisch“ oder „verrückt“. Jeck zu sein ist in Köln auch eine Lebenseinstellung!

- K wie Kamelle
Heute versteht man unter „Kamelle“ alles, was Rosenmontag im Zug geschmissen wird: Pralinenschachtel, Schokoriegel, Bonbons und mehr. Kamelle kommt von dem Wort Karamellbonbon, die heutzutage allerdings kaum noch geworfen werden.
- L wie Lappenclown
Ein traditionelles Kölner Karnevalskostüm, das in der Regel aus einer (Latz-)Hose und einem Sakko oder Frack besteht. Hose und Oberteil sind mit vielen bunten quadratischen Stoffstücken besetzt. Das Kostüm gibt es auch zu kaufen, aber der echte Jeck legt selbst Hand an und näht.
- M wie Mützen
Viele Karnevalisten tragen spezielle Narrenkappen oder ihre Vereinsmützen als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Karnevalsgesellschaft. Anhand des Krätzchens, also der Kappe, kann man auf den Rang einer Position in der Gesellschaft schließen. Die Vorstandsmitglieder des Festkomitees tragen zum Beispiel weiß dekorierte Kappen, frühere Mitglieder der Kölner Dreigestirne spezielle rote Krätzchen.
- N wie Nubbel
Der Nubbel ist eine Strohpuppe, die symbolisch für alle Sünden des Karnevals verantwortlich gemacht und am Veilchendienstag verbrannt wird. Diese Tradition markiert das Ende der tollen Tage und den Beginn der Fastenzeit.
- O wie Ordensverleihung
Orden sind eine große Sache im Karneval. Jede Gesellschaft entwirft jedes Jahr einen Orden, häufig passend zum Motto der Session. Viele dieser Orden sind kunstvoll gestaltet und haben Sammlerwert.
- P wie Pänz
Kinder – Pänz auf Kölsch – spielen im Kölner Karneval eine wichtige Rolle. Es gibt sogar spezielle Veranstaltungen, mit denen der Nachwuchs gefördert wird. Beispielsweise gibt es eine feierliche Proklamation des Kinder-Dreigestirns, Kinderkarnevalszüge, Kinder-Versionen der „Lachenden Kölnarena“, Veranstaltungen für Kindertanzgruppen, alkoholfreie Kinderpartys und mehr.

- Q wie Quetsch
Die Quetsch, das Akkordeon ist eines der wichtigsten Instrumente in der Karnevalsmusik. Besonders in Kneipen und auf Straßenfesten sorgt die Quetsch für Stimmung.
- R wie Rosenmontagszug
Der Höhepunkt des Straßenkarnevals: Der große Festumzug zieht mit mehr als 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch die Stadt und begeistert Hunderttausende am Wegesrand. Dieser Zug existiert bereits seit 1823 und ist der größte Karnevalsumzug in Deutschland.
- S wie „Strüssjer”
Ein Strüssjer ist Kölsch für „Sträußchen“. Statt „Kamelle“ kann man Rosenmontag alternativ auch „Strüssjer“ rufen und bekommt mit ein bisschen Glück eine gebundene Rose oder Nelke. Manchmal werden bei besonderen Anlässen auch beim Einmarsch in eine Sitzung Strüssjer verteilt.
- T wie Tusch
Ein kurzer Musikakkord, der nach jeder karnevalistischen Pointe in einer Büttenrede oder nach einem gelungenen Auftritt gespielt wird. Kein oder ein falsch gesetzter Tusch kann einem Karnevalsredner das Leben ziemlich schwer machen.
- U wie Ufftata
Ein Begriff für stimmungsvollen Rhythmus im Karneval, mit dem vor allem die klassischen Schunkel- und Marschlieder gemeint sind.

- V wie Veedelszüge
Kleinere Karnevalszüge in den verschiedenen Stadtteilen außerhalb des Zentrums, die oft familiärer und weniger kommerziell sind als der große Rosenmontagszug. Zum größten Veedelszug nach Ehrenfeld kommen mehr als 100.000 Menschen, es gibt aber auch kleine Veedelsumzüge, die nach 10 Minuten vorbei sind.
- W wie Weiberfastnacht
Der Donnerstag vor Rosenmontag ist der offizielle Auftakt in den Straßenkarnevals, der von den Altstädtern auf dem Alter Markt ausgerichtet und vom WDR übertragen wird. Hier zählt das amtierende Dreigestirn zusammen mit der OB Henriette Reker den Countdown auf die fünfte Jahreszeit runter. Früher haben Frauen an diesem Tag Männern traditionell die Krawatten abgeschnitten, was aktuell aus der Mode gekommen scheint.
X wie X-beliebiges Kostüm
Von Superhelden bis historische Figuren, gekauft oder selbst gebastelt – erlaubt ist (fast) alles, was Spaß macht und nicht gegen geltende Gesetze oder den guten Geschmack verstoßen. Aus aktuellen Anlässen sind SEK- oder Militär-Verkleidungen mit Waffenattrappen auf vielen Karnevalspartys verboten bzw. nicht mehr gern gesehen.
- Y wie Yeti
Angeblich hat Mann mit archaischen Kostümen wie Yeti oder Neandertaler überdurchschnittlich viel Erfolg beim Flirten, aber das ist nicht statistisch bewiesen.
- Z wie Zick eröm
Der schwerste Abend im Karneval: Am Abend des Karnevalsdienstags findet bei vielen Vereinen und dem Dreigestirn die „Zick eröm“ statt, die „Zeit ist vorbei“-Party statt. Für viele Jecke ist das der melancholischste Abend des Jahres, weil man jetzt wieder monatelang warten muss, bis es wieder heißt: „Kölle alaaf!“
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