Kölns „Chillkröten”: So sind die Exoten im Aachener Weiher gelandet

Von unserer Redaktion

Köln – Was auf der Ferne aussieht wie Müll auf der Wasseroberfläche bewegt sich tatsächlich! Begegnung der anderen Art am Aachener Weiher in Köln: Hier genießen zwei ausgewachsene  Rotwangen-Schmuckschildkröten, in dem Fall eher CHILLkröten ein Sonnenbad an der Wasseroberfläche. Eigentlich sind sie in den Sumpfregionen im Mississippital in Nordamerika beheimatet.

Die „Chillkröten” vom Aachener Weiher sind kein Einzelfall. Dutzende exotische Süßwasser-Schildkröten leben wild in Kölns Gewässern – von Fühlinger See über Decksteiner Weiher bis zum Rautenstrauchkanal. Irgendwann als noch kleines Jungtier als „Haustier” angeschafft, wurden sie mit bis zu 30 Zentimetern Länge dann vermutlich zu groß für das heimische ohnehin ungeeignete Aquarium.

Die Schildkröten werden bis zu 40 Jahre alt

Schildkröten im Aachener Weiher in Köln
Zwei Rotwangen-Schmuckschildkröten beim Sonnenbad im Aachener Weiher
Fotos: yeswe.koeln

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte war früher der „Bestseller” im Tierhandel, doch inzwischen wurde ihr Import durch die EU-Artenschutzverordnung untersagt. Die Art wurde als invasive Art in der EU-Verordnung 1143/2014 gelistet. Es besteht ein generelles Handels- und Haltungsverbot. Noch bestehende Haltungen müssen strenge Voraussetzungen erfüllen, vor allem sicherstellen, dass die Tiere nicht ausbrechen und sich nicht vermehren können.

Wie viele wilde Schildkröten und welche Arten in Kölner Gewässern leben, weiß niemand: Die Rotwangen-Schmuckschildkröte kann bis zu 40 Jahre alt werden. Auch die Kaspische Bachschildkröte, eigentlich von der EU als streng geschützte Art eingestuft, wurde schon im Rautenstrauchkanal in Lindenthal gesichtet. Ihr Zuhause ist eigentlich östlich und südlich des Kaspischen Meeres.

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Keine natürlichen Feinde in Köln

Schildkröten im Aachener Weiher in Köln
Aus der Ferne sehen die Schildkröten aus wie Zweige im Wasser

Dank der in der Regel milden Kölner Winter haben die Exoten ideale Lebensbedingungen.  Ausgewachsene Schildkröten haben hier keine natürlichen Fressfeinde, das Futterangebot ist grenzenlos. Es wurden auch schon Eigelege von Schildkröten in freier Wildbahn in Köln entdeckt, bei denen aufgrund der Temperatur bisher allerdings kein Nachwuchs geschlüpft worden ist.

Im Sommer kann man die Kölner Schildkröten besonders gut beobachten: Wie Eidechsen und Schlangen sind Schildkröten wechselwarme Tiere, sie brauchen Wärme für ihren Stoffwechsel. Da ihr Körper diese Wärme nicht selbst produzieren kann, sitzen sie oft stundenlang in der Sonne.

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