Foto: Festkomitee Kölner Karneval
Von HONG KAYSER
Köln – Es sind die Tage seines Lebens. Eine ganze Stadt verehrt und feiert ihn. Prinz Sascha I. alias Sascha Klupsch (30) hat uns verraten, wie er sich auf diese Rolle vorbereitet hat – inklusive Strumpfhosen-Training und Beinrasur.
Zur Halbzeit ihrer Session zog Kölns Dreigestirn in seiner Hofburg Bilanz: überglücklich, aber auch unter ständigen Zeitdruck und manchmal sogar genervt. Das erste Mal überhaupt bildet in diesem Jahr eine Familie – Familie Klupsch – das Dreigestirn im Kölner Karneval. Aber fangen wir mit dem Thema Prinzen-Strumpfhose an.

Foto: HONG KAYSER
Strumpfhosen-Training
Kölns Prinz kleidet seine royalen Beine bekanntermaßen in weiße Strumpfhosen. Die sind allerdings so dünn, dass sich kräftige Männerhaare durchbohren. Gerade auf Weiß dann sehr gut sichtbar. Deswegen muss sich Kölns Prinz immer die Beine rasieren. Für fast alle Kandidaten war das bisher ein Novum. Und sowieso muss Mann sich an das im Schritt beengende Gefühl einer Strumpfhose gewöhnen. Für viele die Herausforderung. Nicht für Sascha I.
“Ich hatte so gut wie keine Probleme. Ich hab schon im Dezember damit angefangen, die Strumpfhosen schon mal probeweise zu tragen und die Beine zu rasieren”, verrät uns der super sympathische Prinz lachend bei der Halbzeit-Bilanz: “Das war die ersten ein, zwei Wochen ungewohnt, aber jetzt passt alles. Ich fühle mich einfach nur unheimlich wohl in diesem wunderschönen Ornat.”
Hier spricht der Prinz
Immer unter Zeitdruck
“Ich kann meinen Traum leben und genieße jeden Auftritt auf eine andere Weise. Wir haben alle unglaublich viel Spaß”, sagte Sascha I. im yeswe.koeln-Gespräch. Sein momentanes Lieblingslied im Karneval passt da übrigens perfekt: “Gute Zeit” von Cat Ballou.
Papa Friedrich steht als Jungfrau Frieda an seiner Seite. “Ich muss mich nach der Session vermutlich erst mal wieder dran gewöhnen, dass er in der Firma das Sagen hat”, sagt unser sympathische Prinz und lacht: “Aber jetzt gerade bin ich der Chef.”
Best of Familie Klupsch
Viel Zeit zu genießen hat Kölns aktuelles Dreigestirn nicht mehr: Diese Karnevalssession ist super-kurz, am 14. Februar ist alles schon wieder vorbei. Die Zahl an Auftritten, die ein Kölner Dreigestirn bis Aschermittwoch absolviert, bleibt allerdings jedes Jahr gleich: Mehr als 400 Auftritte in der Session bedeuten für Familie Klupsch manchmal sogar fast 20 Auftritte an einem Tag.
Karneval wie im Rausch. Die Sitzungen in den Sälen verschwimmen manchmal, aber gerade die Sozialen Besuche bleiben dem Dreigestirn im Kopf – ob auf der Palliativstation, im Altenheim oder in der Bahnhofsmission.
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Booking.comDie Spangen-Schnorrer
Seit Jahrzehnten ist die Prinzenspange DAS Erkennungszeichen für alle, die im Karneval dazu gehören, die einen ganz engen Draht zum Dreigestirn haben. Die Prinzenspange ist ein Ansteck-Orden, den sich jedes Dreigestirn für seine Session anfertigen lässt (und aus eigener Tasche bezahlt). Ein Orden, den die Drei an besondere Menschen im Karneval verleihen, eine hohe Auszeichnung.
Die Freude daran ist Prinz Sascha I. allerdings schnell vergangen: Gedacht war die Spange für verdiente Ehrenamtliche, fleißige Helfende hinter den Kulissen, statt dessen kötten ziemlich schmerzfrei irgendwelche Schnorrer immer wieder danach. “Das Schlimmste ist das ekelhafte Gebettele. Die Spange ist nicht für jeden, der im Foyer fragt. Ich denke oft schon nicht mehr dran, sie zu verteilen, weil es nur ätzend ist.”
Seit Jahren beschweren sich Kölner Dreigestirne, dass der Wert der Auszeichnung verloren gegangen sei, weil die extreme Schnorrerei so nervtötend sei. Und da reden wir noch nicht von den Leuten, die ihre geschenkten (oder geschnorrten) Prinzenspangen bei Ebay verkaufen. Früher kam man mit einer Prinzenspange immer in die Hofburg, egal wie voll die war. Da wurden auch mal zwischen 300 bis 500 Euro für die Spange gezahlt.
P. S. Eine letzte legendäre Anekdote zum Thema Prinzen-Strumpfhose. Vor vielen Jahren gab es mal einen hoch pikanten Zwischenfall: Der damals amtierende Prinz kam mit der stramm sitzenden Strumpfhose nicht zu Recht. Das Ganze soll in einer sehr schmerzhaften Entzündung der Kölschen Kronjuwelen geendet haben.
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